Wie eine Eidechse mir einen Strich durch die Rechnung macht

Es gibt so viele Dinge, die ich gerne ändern würde – als Vollzeit-Yogi ist man quasi gezwungen, sich permanent zu verbessern und zu optimieren. Nein? Dann schau Dir Deinen Instagram-Account mal an: Ohne „Vorwärts“ vergeht keine Stunde. Das ist auch gut so, denn das Leben bewegt sich nach vorne, es geht eben weiter. Und wenn dieses „Weiter“ richtig schön sein soll, dann muss man schon was dafür tun.

Ich hänge da seit Jahren drin, ständig wollte ich was verbessern und verändern. Und zwar immer im Sinne von „Mehr“ und „Höher und Schneller“. Vergangenen Winter dann hatte ich eine große Bauch-OP, die dringend sein musste, die mich aber mal für sechs bis acht Wochen ruhig gestellt hat. Mir Schmerzen verursacht hat. Mich schwach gemacht hat. Da kommt man nach Jahren des immer „Weiter“ und „Vorwärts“ auch mal ins Grübeln: Ich lag auf dem Sofa, jammerte und jaulte, lebte in Jogginghosen und Schlabbershirts, war ungeschminkt und unfrisiert – von meiner Power, der Kraft und dem Style, den so viele Menschen an mir mochten, war nichts mehr übrig.

Der Witz an der Geschichte war: Da kamen trotzdem richtig viele Menschen zu Besuch, schrieben Briefe und Karten, schickten Bücher, riefen an. Ich lernte die Liebe meines Lebens kennen – praktisch im OP-Hemd mit Tropf am Arm. Ich leistete nichts zu dieser Zeit, ich war einfach da. Und das reichte auch. Weinend saß ich über alten Tagebüchern, die ich aus den Schränken kramte. Immer dasselbe: Weniger wiegen, mehr Sport, mehr Leistung, mehr Kraft…sollte das die Essenz sein, die ich die letzten zehn Jahre zu Papier gebracht hatte?

Natürlich stand ich zum erst möglichen Zeitpunkt wieder im Studio und unterrichtete, die erste eigene Asana-Praxis war nach acht Wochen eine Wonne, aber eben auch eine Pflicht. Und mit der frisch verheilten 25-Zentimeter-Bauchnarbe kann man zwei Monate nach der OP schon ein Budokon-Yoga-Teacher-Training machen, ist doch kein Ding! Sind ja nur mehrere Stunden Hardcore-Praxis jeden Tag! Die ersten drei Monate des Jahres hatte ich knappe drei Wochenenden frei, aber das ist ja nichts Neues bei mir. Montags ging es natürlich weiter, ist klar.

Aber dieses Stimmchen in mir, das ging nicht mehr weg. „Du kennst Dich immer noch nicht richtig“, wisperte es. „Du fütterst und bewegst ein Bild von Dir, nicht Dich selbst.“ Und so weiter und so fort.

Ganze Türen gingen innerlich vor allem durch ein Buch, das Pflichtlektüre beim Budokon-Teacher-Training ist, auf. Mark Waller, ein US-Psychologe und Paartherapeut, hat es geschrieben. In „The Dance Of The Lion And The Unicorn“ behandelt er zwei grundunterschiedliche Kommunikationstypen: Die Löwen und die Einhörner. Und die reden immer schön aneinander vorbei. Ein grandioses Buch, das einem die Augen öffnet, was auch in Partnerschaften aller Art oft los ist.

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Vor allem aber verstand ich, warum ich so oft aus einem scheinbar magischen Trigger heraus agiere, der immer nur den Power-Modus kennt. Waller erklärt nämlich, wie unser Gehirn aufgebaut ist. Generell gibt es Menschen, deren Überlebensstrategie der Angriff, die Attacke, die Aktion ist. Andere setzen auf Rückzug, Vermeidung und Schweigen. Und beide verfügen über unterschiedliche Gehirnstrukturen.
Unser Gehirn ist in drei Teile aufgeteilt:

Das Eidechsen-Hirn (oder Stammhirn), das alle automatischen Funktionen, die unser Überleben sichern, steuert. Die Körpertemperatur, der Herzschlag und die Atmung gehören dazu.
Das Säugetier-Hirn (oder Limbisches System) in der Tiefe unseres Gehirns sichert uns durch angelernte Verhaltensweisen ab, wie wir uns in unserem sozialen Umfeld absichern. Waller beschreibt es als das Lagerhaus unserer automatisierten Überlebenstaktiken. Die Amygdala und der Hippocampus sind dort zu finden. An dieser Stelle findet ein rasend schneller Check statt, ob wir in einer Situation bedroht werden oder nicht. Das hat mit Chemie, mit Gefühlen und mit Erinnerungen zu tun – eine explosive Mischung. Und je nachdem, wie wir gestrickt sind, gehen wir in den Angriffs- oder den Fluchtmodus.

Dann gibt es noch unser Erwachsenen-Gehirn (den präfrontalen Cortex). Hier sind wir wirklich „grown up“ – und in der Lage zu planen und zu analysieren. Im Job, im Privaten, aber eben auch uns selbst gegenüber. Wir könnten also hier entscheiden: „Nein, diesen Auftrag nehme ich nicht auch noch an, weil es sonst zu viel für mich wird.“ Das wäre vernünftig. Wie viele vernünftige Menschen kennst Du? Eben. Wie oft verhälst Du Dich unvernünftig? Eben.
Dummerweise brauchen Informationen wesentlich länger, um in den Präfrontallappen zu geraten, als im Limbischen System zu landen, wo der Brei aus Chemie, Emotion und Erinnerung wartet. Der Weg ist einfach länger, denn es ist unser jüngster Gehirnteil.

Und was hat das jetzt alles mit meiner OP zu tun? Und dieser kleinen Stimme in mir? Ich habe durch diese klare Darstellung verstanden, dass ich mir in meinem Vernunft-Gehirn vornehmen kann, was ich will – wenn eine Situation da ist, lande ich ganz schnell wieder in den Informationen, die ich schon als kleines Kind eingeimpft bekommen habe. „Wir sind Preußen, wir jammern nicht. Wir sind durch zwei Weltkriege gekommen, reiß Dich zusammen. Schlimmer geht immer“ usw usf. Meine Oma und meine Mutter waren liebe und gute Menschen, die alles für mich getan haben.

Aber sie waren auch zu einem Großteil das Produkt ihres Limbischen Systems, des Eidechsen-Hirns.

Und das spielt uns oft böse Streiche.

Am Anfang steht diese Erkenntnis. Und ich habe Momente, in denen ich mir selber dabei zuschauen kann, wie ich gerade auf dem Weg zur Eidechse bin. Ab und zu kann ich mich stoppen und mich in meinen präfrontalen Cortex schleusen, wo ich bessere Entscheidungen treffe. Aber dafür muss ich die breite Schnellstraße beiseite lassen und mich auf die müshamere kleine Landstraße begeben – wer macht das denn so easy?

Ich bin auf dem Weg. Zu mir. Und ich freu mich drauf, denn da gibt es viel zu erleben.
Meine nächsten Blogbeiträge werden sich weiter mit dem Thema „Veränderung“ befassen:
Wie Gewohnheiten durchbrochen werden können. Und wie Yoga und Meditation dabei helfen.
Wie eine gesunde Fitness und Yogapraxis aussieht. Wie Ordnung und Struktur gerade für Chaoten heilend ist. Warum wir vor unseren Schatten immer wieder weglaufen.
Und glaube mir: Ich werde öfter die Hosen runterlassen, als es mir im Grunde liebt ist. Aber ohne Ehrlichkeit keine Entwicklung. Wussten schon die alten Yogis. Nannten es Satya. Hört sich schön an, oder?

Bis dahin schon mal mein Buchtipp (leider weiterhin nur auf englisch):
Mark Waller, The Dance Of The Lion And The Unicorn. Wing Span Press.

DEINE Isabel

Vegane Pfannkuchen

Endlich wieder Sonntag. Ich finde es geht nichts über ein ausgedehntes, gemütliches Frühstück. Gerne stehe ich eine Stunde früher auf, um mich während der ersten Mahlzeit des Tages keinesfalls zu stressen. Ich mag es abwechslungsreich und gesund (was für mich vegan und frei von Industriezucker bedeutet). Deshalb haben mein Freund und ich den Pancake-Sunday eingeführt.

Vegane_Pancakes

Wenn ich die Zutatenliste für vegane Pancakes durstöbert habe, stellte sich mir oft die Frage: Wie hält das zusammen ohne Eier? Und wie bereite ich die leckersten, fluffigsten und schönsten Pfannkuchen in ganz Frankreich zu? Deshalb kommen hier meine Top 4 Hinweise für Anfänger, Neulinge und Gäste im tierfreien Eierkuchenland:

1. Nutze ‚Milch‘ mit Eiweiß

Es ergibt einen besseren Teig, wenn du vegane Milch mit einem größeren Anteil Eiweiß benutzt. Deshalb benutze ich für meine Pancakes Soja-Milch, auch wenn ich sonst auf andere Varianten schwöre.

2. Nutze Fett

Ein Esslöffel Kokosöl lässt die Pfannkuchen schön geschmeidig und elastisch werden. Ohne das Fett kann es passieren, dass sie trocken und steif werden. Auch in der Pfanne schadet etwas Kokosöl nicht, dann klappt das wenden besser.

3. Lass den Teig ruhen

Der Teig verändert sich nochmal und lässt sich nach einer kurzen Ruhepause besser verarbeiten. Ich rühre den Teig meistens gleich nach dem Aufstehen zusammen und mache mich danach fertig für den Tag. 15-30 min solltest du ihm schon gönnen.

4. Geduld

Ich bin mir sicher, dass noch kein Pfannkuchenmeister vom Himmel gefallen ist. Der erste Bratling wird eigentlich nie was, davon kannst du gleich mal ausgehen. Teig zu dick oder zu dünn, Pfanne zu heiß oder zu klebrig… Danach geht es bergauf. Also atme drei Mal tief durch, pass‘ den Teig an und weiter geht’s.

Bevor ich dir mein Lieblingsrezept verrate, möchte ich noch kurz ein Wort zu dem Mehl, das ich verwende sagen. Und zwar bin ich ein Fan von gekeimtem Müsli (besser verdaulich und viel gesünder als herkömmliches). Ich benutze eine Mischung aus gekeimten Gersten-, Roggen und Buchweizenflocken von Keimster, einem coolen Start-Up Unternehmen, die zu einem fairen Preis verkaufen. Dieses Müsli habe ich zusammen mit Chia-Samen und Flohsamenschalen mit meinem Thermomix zu Mehl verarbeitet und als Grundzutat benutzt. Falls du diese Möglichkeit nicht hast, tut es auch ein anderes hochwertiges Mehl.

Zutaten:

180 g Vollkornmehl

1EL Chia-Samen

1TL Flohsamenschlalen

350-400ml Soja-Milch

1 EL Kokosöl

1 TL Backpulver

1 Prise Salz (optional)

1 Prise Zimt (optional)

Zubereitung:

1. Entweder das Mehl wie oben beschrieben herstellen, oder ein anderes Vollkornmehl verwenden. Dann alle Zutaten gut vermengen, dass eine gleichmäßige zähflüssige Masse entsteht. Am Anfang darf es auch gerne etwas fester sein, mehr Milch geht später immer, falls die fertigen Pfannkuchen dir zu dick sind.

2. Erhitze eine Pfanne und lass einen Teelöffel Kokosöl darin zergehen.

3. Mach mit einem Esslöffel kleine Pfannkuchen in die Pfanne und brate sie gleichmäßig von beiden Seiten.

4. Ich stelle mir immer noch eine zweite Pfanne daneben, in der ich die fertigen Pfannkuchen warmhalte bis ich den ganzen Teig aufgebraucht habe.

5. Beim Verzieren und Schmücken der Leckerein sind deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Meine Favoriten sind: Nussmuß in allen Varianten, Ahornsirup, Obst jeglicher Art, rohe Kakaonips, Kokosflocken, getrocknete Maulbeeren, Goji-Beeren … und Achtung: etwas Salz und Chilipulver über dem Obst.

6. Gut Schmauen und genießen!

Du fragst dich, was schmauen ist? Das ist kauen und schmecken zusammen und meint nichts weiter als achtsames essen :-) .

Pancake_2

Ich freue mich zu hören, wie die Pfannkuchen dir gelungen sind.

Bis dahin kommen hier ein paar herzliche Grüße aus Frankreich

Von deiner Berit

MAMA.YOGA.LOVE

Liebe BeeAthletica-Mom,

ich wünsche Dir einen happBee Muttertag! Nicht nur heute, sondern jeden einzelnen Tag Deines aufregenden, anstrengenden, alle-Gefühle-dieser-Welt-umfassenden Lebens mit Kindern.

Als Mama eines energischen Skorpion-Boys und eines unternehmungslustigen Waage-Girls weiß ich, dass der Alltag mit kleinen Menschen einer emotionalen Achterbahnfahrt gleicht: Von den ganz kleinen Glücksmomenten bis zu gigantischen Grenzerfahrungen ist alles dabei.

Deshalb plädiere ich für mehr Selbstliebe im Mama-Alltag: Begegne Dir mit Sanftmut, sei freundlich zu Dir und dank dem Universum dafür, ein Ticket für die Abenteuerreise Motherhood ergattert zu haben.

Heute habe ich einen yogischen Blumenstrauß für Dich, der niemals verblüht und Dir Deinen Mama-Alltag hoffentlich verschönert oder Dir wenigstens beim Lesen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Diese fünf HappBee Muttertags-Tipps sind nur für DICH!

Vergiss Augenringe, Wäscheberge und To-Do-Listen. Verbinde Dich stattdessen mit der Göttin in Dir und feiere Dich und Deinen 24/7-Einsatz!

YOGAMOMLOVE

1. HappBee Muttertags-Mantra

Aham Prema ist das Selbsliebe-Mantra schlechthin. Es bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt „Ich bin Liebe“ und erinnert Dich an Deine Essenz. Versuche, dieses Mantra täglich in Deinen Alltag einzubauen, indem Du es rezitierst, also vor Dich her sagst oder singst. Besonders bietet es sich beim Meditieren an. Aber auch beim Bügeln, Spaziergehen, Baby in den Schlaf wiegen oder in der Mittagspause auf der Parkbank ist es bestens aufgehoben. Dieser kleiner Reminder an Deinen Wesenskern ist einfach jederzeit Gold wert! Hier kommt meine Lieblings-Version von Donna De Lory für Dich:

https://www.youtube.com/watch?v=QVNTnmDVkPE

2. HappBee Muttertags-Mudra

Kennst Du das Lotus-Mudra? Es ist mein absolutes Lieblings-Mudra – und das schon lange bevor ich von seiner Bedeutung erfahren habe. Forme mit Deinen Händen auf Höhe des Herzens eine Lotusblüte. Bringe hierfür die Daumen und die kleinen Finger seitlich zusammen und spreize die restlichen Finger. Mit diesem Mudra öffnest Du Dein Anahata-Chakra und weitest Dein Herz. Aham Prema – Ich bin Liebe, das könnte eine Erkenntnis dieser kleinen Finger-Yoga-Übung sein. Die Lotusblüte steht übrigens auch für Vollkommenheit, Fruchtbarkeit, Liebe und göttliche Geburt – alles sehr passende Muttertags-Themen.

3. HappBee Muttertags-Asana

Die Stellung des Kindes gilt als eine der einfachsten Yoga-Übungen und ich finde sie einfach perfekt für Mamas. Mit Balasana, wie die Haltung auf Sanskrit heißt, erdest Du Dich, dehnst Deinen Rücken, entspannst Deine Schultern, beruhigst Deine strapazierten Yoga-Mama-Nerven und tust aktiv etwas gegen die berühmt-berüchtigte Mama-Müdigkeit. Du kannst sie super morgens im Bett üben, auf der Krabbeldecke, im Garten oder abends vorm Schlafengehen zum „Runterkommen“.

4. HappBee Holy Space

Hast Du schon einen kleinen Yoga-Altar zuhause? Also einen Ort, an dem Du Dinge versammelt hast, die Dir etwas bedeuten und Dir helfen, innezuhalten und zu meditieren und Yoga zu üben? Ich empfehle Dir so einen kleinen heiligen Ort unbedingt, weil er Dich zum einen an die Wichtigkeit Deiner regelmäßigen Yoga-Praxis erinnert und er Dir zum anderen hilft, schneller bei Dir „zuhause“ anzukommen. Mein Altar befindet sich zur Zeit auf einem Tablett und wird jeden Morgen vor meine Matte gestellt. Das schont meine Yoga-Mama-Nerven sehr, nachdem eine Ganesha-Statue durch kleinkindlichen Übermut schon amputiert wurde.

KATHRIN

5. HappBee Muttertags-Affirmation:

Ich bin genug. Diesen drei Worten ist nichts hinzuzufügen. Schick Deinen inneren Kritiker hier und jetzt in die Wüste. Du musst nicht gut, besser, am besten werden: Denn Du bist eben jetzt schon genug. Punkt. Einen kleinen Buch-Tipp habe ich auch noch für Dich: Kennst Du schon „Das Karma, meine Familie und ich – Yoga-Philosophie für einen entspannteren Alltag“ von Yogini und Zweifach-Mama Stephanie Schönberger? Der perfekte Yoga-Mama-Schmöker über Patanjalis Yoga-Sutra und und wie Du seine Weisheiten in Deinen Alltag mit Kindern integrieren kannst. Ein sehr schönes Geschenk, das Du Dir bei Gelegenheit selbst machen kannst.

Mamasté – Die Mama in mir grüßt die Mama Dir,

Deine Kathrin

Anmerkung der Redaktion aka Bee: Kathrins wunderbares Mama-Yoga-Love-Online-Mag MOMazing ist auch für mich als NICHT-MOM oft ein beruhigender Rückzugsort, wenn mein BaBEE mal wieder Zähne bekommt ;). Und hey, BeeAthletica ist schon 6…

Ohmme Yogabekleidung – tested by Jonas

Nun gleich einmal vorweg: ich war schon immer ein Jogginghosenmensch. Morgens vor dem Kindergarten und der Grundschule gab es immer einen riesigen Aufstand, wenn ich meine bequemen Jogginghosen gegen eine Jeans eintauschen musste. Später konnten sich meine Mutter und ich auf Chino und Cordhosen einigen. Als ich später bei meinen Eltern auszog, um an die Sporthochschule in Köln zu gehen, konnte ich, ja, musste ich mich als Sportstudent gar wieder ganz meinen Jogginhosen hingeben. Heute haben ich mich allerdings ganz gut mit meinen Jeans arrangiert. Sie sind happy, wenn sie vor der Türe tragen werden, in meiner Wohnung allerdings muss es noch immer die bequeme Jogginghose sein.

Dharma

Ob dieser Bericht aufgrund meiner Vorgeschichte etwas verzerrt und subjektiv ausfällt oder gerade durch mein Jogginghosen-Expertendasein eine besondere Aussagekraft trägt, muss der Leser selbst beurteilen.

Seit einigen Wochen bin ich nun stolzer Besitzer zweier Ohmme Yogahosen. Einmal der langen Dharma Yoga Pant und einmal der kurzen 2-Dogs, Lined Mens Yoga Short. Was bei beiden Modellen heraussticht ist der samtweiche Stretchstoff. Besonders die Dharma Pant ist äußerst luftig und weich und an den Unterschenkeln etwas schmaler geschnitten, sodass sie sich etwas nach oben ziehen und in eine 3/4 Pant verwandeln lässt. Ob zum Couchen, Kochen oder Yoga, hier ist kein Quadratzentimeter zu viel oder zu wenig – sie bietet in allen Situationen schlichtweg die perfekte Passform.

Die 2-Dogs, Lined Mens Shorts zeichnet sich, wie der Name schon vermuten lässt, durch ihre Innenhose aus. Die Oberhose scheint aus dem selben Material gefertig zu sein, wie die Dharma Pant. Die Innenhose ist eine Tight, die garantiert, dass alles auch im Hand- oder Hopfstand verdeckt und in Position bleibt. Da ich eher im Hatha als im wilden, schweißtreibenden Vinyasa zuhause bin und das warme Wetter leider bislang noch auf sich warten lässt, kann ich über die Atmungsaktivität der beiden Hosen noch nicht viel sagen. Der Stoff scheint mir aber auch hierfür sehr gut geeignet zu sein.

2Dogs

Insgesamt bin ich mega happy und freue mich bereits weitere Ohmme Hosen und auch Oberteile auszuprobieren.

Yin Yoga für Läuferinnen

Als ich vor ein paar Jahren Yin Yoga für mich entdeckt habe, hatte ich gleich ein gutes Gefühl. Es war anders als alle bisherigen Yogastile, die ich bis dahin erlebt hatte und irgendwie fühlte es sich einfach so gut und richtig für mich an, dass ich unbedingt mehr darüber erfahren und lernen wollte. Ich las verschiedene Yin Yoga Bücher, absolvierte nach meiner 500h Hatha und Kundalini Yoga Ausbildung eine fundierte Yin Yoga Ausbildung, las noch mehr dazu und v.a. unterrichtete ich unterschiedlichste Menschen darin, viel im Einzelcoaching, aber auch in der Gruppe, was ich sonst eigentlich eher selten mache. Yin Yoga ist hier aber so speziell und anders, dass es auch in der Gruppe herrlich funktioniert.

Mir selbst hat Yin Yoga von Beginn an sehr viel gegeben, mindestens genauso schön ist es aber, wenn ich sehe, was es mit anderen macht. Wenn mir meine Klientinnen und Klienten erzählen, wie sehr es ihnen hilft und was sich durch die regelmäßige Praxis getan hat oder mir Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Workshops danach ein wunderschönes, persönliches Feedback geben, obwohl ich weiß, dass sie bisher nicht viel mit Yoga zu tun hatten und vorab vielleicht auch skeptisch waren, was da auf sie zukommt.

Kurzum: Yin Yoga berührt einfach. Und genau deshalb gebe ich dieses Werkzeug so gerne weiter, besonders auch außerhalb der „Yogaszene“, sei es an Kampfsportler, Triathleten, Fitnesssportler und Crossfitter oder auch an all jene, die das Gefühl haben, dass sie jegliche Beweglichkeit und Geschmeidigkeit verloren haben und sich endlich wieder besser und beweglicher fühlen wollen. Es funktioniert aber auch großartig bei Menschen, die viel Stress haben oder die nicht gut schlafen. Erstaunlicherweise habe ich persönlich noch keinen Fall erlebt, wo Yin Yoga nicht positive Auswirkungen mit sich gebracht hat.

Warum Yin Yoga gerade Läuferinnen gut tut

Es gäbe sehr viel über Yin Yoga zu berichten, aber ich möchte es an dieser Stelle auf das ganz Wesentliche beschränken und v.a. möchte ich die Ausdauerathletinnen unter euch motivieren, Yin Yoga einmal selbst auszuprobieren oder regelmäßig zu praktizieren, falls ihr bereits Erfahrungen damit gemacht habt.

Ihr braucht dafür nur eine Matte oder einen etwas dickeren Teppich und wenn ihr mögt gerne auch ein paar Hilfsmittel wie eine Decke, ein dickes Buch oder einen Yogablock und Pölster (einfach die vom Sofa nehmen). Die abgebildeten Fotos meiner Abfolge beinhalten keine Hilfsmittel, damit ihr die Positionen besser erkennen könnt, aber ihr dürft jederzeit sämtliche Hilfsmittel verwenden, wie ihr Lust habt und es euch gut tut, persönlich verwende ich auch sehr gerne welche  , denn das Ziel einer jeden Position ist es, dass ihr euch vollkommen entspannen und eure Muskulatur loslassen könnt und wenn euch ein Hilfsmittel dabei unterstützen kann, dann nehmt diese Unterstützung an, wir bleiben nämlich drei bis fünf Minuten in jeder Asana und das fühlt sich mit Hilfsmitteln oft wirklich gemütlicher an 😉 .


Über die Wirkung braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, Yin Yoga wirkt, auch wenn man nicht 100% in eine Asana reingeht, im Gegenteil, es ist in diesem Fall sogar besser, wenn man im Vergleich zu Yang-lastigen Stilen wie Asthanga, Vinyasa, Bikram & Co locker 20% rausnimmt. Außerdem ist unser Ziel dabei, nicht die Muskeln anzuspannen, sondern sie eben wirklich locker zu lassen. Yin Yoga soll passiv sein, denn wir gehen dabei wegen vom Tun, Machen, Handeln (Yang Qualitäten), hin zum Fühlen, zum Weich werden, zur Hingabe (Yin Qualitäten). Wir lassen dabei los und schmelzen in die jeweilige Position hinein. Deshalb darf hier auch der Rücken rund sein, dürfen die Beine so fallen, wie sie natürlicherweise fallen, dürfen Knie auch mal gebeugt oder von einer Decke unterstützt sein. Hier muss sich nicht der Körper einer Übung anpassen, hier darf es Individualität geben und – Überraschung – diese liegt in unserer Natur, denn jeder von uns hat seinen eigenen Körperbau. Es geht auch nicht um Ästhetik, sondern darum sich zu entspannen, zu atmen, die Faszien und das Bindegewebe in seiner Tiefe zu erreichen, die Gelenke mobil und kräftig zu halten, die Körperwahrnehmung zu verbessern, die Flexibilität der Wirbelsäule zu erhalten oder wieder ehrzustellen, die Energie wieder zum Fließen zu bringen und sie zu harmonisieren und dabei innerlich ruhig zu werden. Lauter Dinge, die v.a. auch den Läuferinnen unter uns gut tun, denn wer viel läuft, merkt schnell, dass der Körper gerne auch mal intensivere, längere Dehnungen zu schätzen weiß und weiß v.a. WIE gut sich das im Anschluss anfühlt.

Was mir außerdem unglaublich gut an Yin Yoga gefällt, ist dass es herrlich undogmatisch ist. Deshalb ist es meiner Meinung nach auch gerade so gut für jene Sportlerinnen und Sportler geeignet, die vor Yang-Stilen eher zurückschrecken. Außerdem brauchen diese gar kein Yang mehr, denn das haben sie ohnehin meist ausreichend in ihrem Leben, vom Beruf über ihre Freizeit mit fixen, teils intensiven Laufeinheiten hin ist vieles voll mit Yang, aber für das Weiche, Passive, das Loslassen und nicht immer rational im Kopf Agierende ist dagegen meistens weniger Raum. Yin Yoga tut deshalb nicht nur den Faszien und dem Bindegewebe von uns Läuferinnen gut, sondern auch unserem Geist und unserer Seele. Ruhe, Frieden, Entspannung, nichts tun müssen – genau das bietet Yin Yoga für diese Ebenen und macht es damit zu einem wertvollen, ausgleichenden Werkzeug für unseren Alltag.

Meine liebsten Yin Asanas für Läuferinnen

Damit ihr es selbst ausprobieren könnte, habe ich euch eine kleine Abfolge mit einigen meiner liebsten Yin Asanas für euch als Inspiration zusammengestellt*, die besonders für Läuferinnen sehr sinnvoll ist. Bereits mit einer Einheit pro Woche kann man schöne Effekte wahrnehmen. Übe am besten abends an deinem Ruhetag oder im Anschluss an dein Lauftraining.

Lege dir für die Praxis genügend Hilfsmittel wie Decken, Pölster oder Blöcke bereit. Da Yin Yoga kühlend wirkt, ist es auch ratsam, sich warm genug anzuziehen. Sei während der Praxis aufmerksam und spüre in dich hinein. Yin Yoga wird ganz entspannt geübt, kein Leistungsdruck, kein Gedanke an Ästhetik oder Tiefe der Asana. Vergewissere dich regelmäßig, ob du in der gewählten Tiefe und Intensität der Haltung auch gute 20 Minuten bleiben könntest. Falls nicht, komm ein bisschen aus der Position heraus. Sie wirkt auch so.

Lege für die Yin Yoga Praxis gerne leise entspannende Musik auf oder bleib in Stille, wie es dir lieber ist. Beginne für rund fünf Minuten mit einer kurzen Atemmeditation in einer für dich angenehmen Sitzhaltung. Du kannst mit deinen Fingern ein Mudra formen oder die Hände einfach leicht ineinander legen, wie es dir angenehm ist. Schließe deine Augen. Atme ruhig und gleichmäßig über die Nase ein, dein Bauch wird dabei groß. Und atme noch länger und gleichmäßig aus, dein Bauchnabel zieht dabei leicht nach Innen. Entspanne bewusst dein Gesicht, deine Stirn, dein Kiefer. Und lass mit jeder Ausatmung deine Schultern noch weiter absinken. Komme auf deiner Matte an.

Setze dich nun kniend hin, sodass du deine Zehen dabei aufstellst und deine Fußsohle und Plantarfaszie dehnst. Du kannst deine Knie dabei auch auf eine Decke legen, falls das für dich angenehmer ist. Dosiere die Dehnung deiner Plantarfaszie, sodass du für ca. 1 Minute in der Position verharren kannst. Schließe deine Augen und lass deinen Atem bewusst und ruhig fließen. Wenn du merkst, dass du dich verkrampfst, nimm ein bisschen Dehnung heraus oder unterstütze dich mit einem Hilfsmittel. Vielleicht hilft es dir auch, deine Knie auf einen Block oder dicken Buch abzulegen. Probiere aus, was dir gut tut.

YInyoga-Beginning

Komme dann weiter in den Schmetterling. Deine Fußsohlen berühren dabei einander, deine Beine bilden eine Raute, dein Oberkörper beugt sich nach vorne über deine Beine, dein Rücken ist rund, dein Kopf hängt ganz locker, dein Kinn zieht leicht Richtung Brustbein. Lass deine Zehen, Füße, Beine, Arme, Hände und Finger komplett los. Falls es für dich angenehmer ist, staple ein paar Pölster auf und platziere diese zwischen deinen Beinen, um deinen Kopf darauf abzulegen und so weniger Zug am Nacken zu haben. Bleibe hier für drei bis fünf Minuten, du kannst dir dafür einen Timer stellen (zB am Handy oder einem anderen Wecker, zB dem Enso Pearl, welchen viele Yogalehrer verwenden). Schließe deine Augen und lass deinen Atem fließen.

3 Schmetterling

Nimm dir nach dem Schmetterling ein, zwei Minuten in der Totenstellung in Rückenlage. Die Beine fallen dabei locker auseinander, die Arme liegen seitlich vom Körper. Atme ruhig und gleichmäßig und spüre nach, wie sich dein Körper nun anfühlt. Nimm es einfach wahr, ohne es gleichzeitig zu bewerten.

13 Savasana

Komm wieder ins Sitzen und weiter in die Gebetshaltung. Diese Asana öffnet deinen Brustkorb und unterstützt dich so dabei, besser zu atmen. Du kannst deine Arme auch gestreckt auf dem Boden ablegen oder wie am Bild die Handflächen zusammenführen. Atme tief in deinen Bauch und auch Brustkorb. Schließe dabei deine Augen. Verweile hier für ca. 3 Minuten.

4 Gebetshaltung

Wechsle danach in die Hocke. Falls du nicht auf deinen Fersen sitzen kannst, lege dir eine zusammengefaltete Decke unter die Fersen bzw. erhöhe diese, damit du das Hauptgewicht auf die Fersen legen kannst. Öffne deine Beine weit und platziere deine Arme so wie es sich für dich stimmig anfühlt. Bleibe hier für 2 bis 3 Minuten. Schließe die Augen und atme ganz bewusst, ruhig und gleichmäßig.

5 Hocke

Komm anschließend in den Frosch. Falls es für deine Knie angenehmer ist, bette sie dabei auf eine zusätzliche Decke. Beim Frosch wollen wir eine Dehnung an der Innenseite der Oberschenkel spüren, finde heraus, wie weit du dafür mit deinen Oberkörper nach vorne gehen kannst bzw. wie weit du mit dem Gesäß nach hinten musst. Schließ deine Augen und lass deinen Atem wieder fließen. Bleibe hier für 3 bis 4 Minuten.

6 Frosch

Zeit für eine weitere Zwischenentspannung. Nimm dir wieder ein bis zwei Minuten in der Totenstellung in Rückenlage. Deine Beine fallen dabei locker auseinander, die Arme liegen seitlich vom Körper. Atme ruhig und gleichmäßig und spüre nach, wie sich dein Körper anfühlt. Nimm es einfach wahr, ohne es gleichzeitig zu bewerten.

Setz dich dann wieder auf und komme in eine Grätsche. Wir beginne mit der Libelle zu einem Bein. Drehe deinen Oberkörper zur rechten Seiten und beuge dich nach vorne. Dein Rücken darf dabei rund sein. Wenn du ein Hilfsmittel wie einen Polster verwenden willst, beispielsweise um deinen Kopf darauf abzulegen oder eine Decke unter deine Kniekehlen schieben möchtest, damit deine Beinrückseiten entspannter sind, mach das. Wir bleiben hier für 3 Minuten. Deine Augen sind geschlossen, dein Atem fließt bewusst, ruhig und gleichmäßig. Lass alles los, was du loslassen kannst.

7 Libelle einseitig re und li

Wechsel danach zur linken Seite. Verweile auch hier drei Minuten.

Und komm dann in die ganze Libelle, indem du deinen Oberkörper im Grätschsitz nach vorne ablegst bzw. nach vorne beugst. Wenn du magst, verwende auch hier ein Hilfsmittel wie einen Polsterstapel und lege deinen Kopf darauf ab. Bleibe hier für 3 Minuten. Dein Atem fließt ganz ruhig und gleichmäßig. Du spürst, wie du immer ruhiger und ruhiger wirst.

8 Libelle

Nimm dir im Anschluss wieder zwei Minuten Zeit, um in der Totenstellung in Rückenlage nachzuspüren. Deine Beine fallen dabei locker auseinander, die Arme liegen seitlich vom Körper.

Komm danach in den Drachen. Du kannst dich in diesem Ausfallschritt auch mit Hilfsmitteln unterstützen. Lass deine Leiste dabei nach unten sinken. Schließe deine Augen, atme. Wechsle nach 3 Minuten behutsam und vorsichtig die Seite und bleibe auch hier 3 Minuten in der Position.

9 Drache re und li

Komme weiter in den schlafenden Schwan. Schlage ein Bein ein und lege dich darauf ab, das hintere Bein bleibt gestreckt. Wenn es für dich angenehmer ist, verwende Hilfsmittel, die dich unterstützen. Schließe deine Augen und lass deinen Atem in Ruhe fließen. Bleibe für 3 Minuten in dieser Asana und wechsle im Anschluss für weitere 3 Minuten das Bein.

10 Schwan re und li

Genieße nun wieder zwei bis drei Minuten in der Zwischenentspannung in Rückenlage. Spüre nach. Vielleicht arbeitet es jetzt stärker in deinen Beinen, Hüften, deinem unteren Rücken. Nimm wahr, aber bewerte nicht. Atme ganz ruhig und lass alles los.

Komm weiter in den liegenden Schnürsenkel. Überschlage dafür deine Beine und halte sie mit deinen verschränkten Händen. Bleibe für 3 Minuten in der Position und wechsle danach für weitere 3 Minuten die Beine.

11 Schnürsenkel liegend re und li

Die letzte Asana ist der ganze Sattel. Setze dich dafür kniend zwischen deine Fersen auf den Boden. Falls das auf Grund deines Körperbaus nicht geht, dann öffne deine Beine leicht, setze dich mit dem Gesäß auf die Fersen und gehe nicht zu weit mit dem Oberkörper zurück. Was wir erreichen wollen, ist eine Dehnung des vorderen Oberschenkels und – falls du dich ganz ablegen kannst – eine leichte Rückbeuge im unteren Rücken. Bleib achtsam und vorsichtig, unabhängig davon, welche Position du einnimmst. Bleibe für 2 Minuten in der Asana. Schließe deine Augen. Lass los. Dein Atem fließt ruhig und gleichmäßig.

12 Ganzer Sattel

Savasana. Genieße eine ausgiebige Schlussentspannung in der Totenstellung. Spüre in dich hinein. Genieße die Ruhe, den Frieden, die Stille. Gönn dir fünf bis zehn Minuten Entspannung, bevor du dich langsam wieder aufsetzt, noch einmal bewusst im Sitzen in dich hineinspürst und dich bei dir selbst bedankst, dass du dir Zeit für dich genommen hast.

13 Savasana

Namaste!

* Wenn du akute, starke Beschwerden hast, wende dich bitte vor einer (Yin) Yoga Praxis an deinen Arzt.

Kick.Ass.Yoga: Hot (Lese-)Stuff für alle downwardly dogging Moms!

Wenn Du eine downwardly dogging Mom bist, Dich also öfter im Herabschauenden Hund aufhältst und auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Perspektiven bist, dann ist Jelena Lieberbergs druckfrisches Buch „Kick.Ass.Yoga – Functional Training für mehr Power, Flexibilität und Ruhe“ genau das richtige für Dich!

 

Kick.Ass.Yoga
 

 

Yogalehrerin Jelena Lieberberg hat mit Kick.Ass-Yoga nicht nur ihren eigenen Yogastil kreiert, sondern ihm jetzt auch mit ihrem ersten eigenen Buch ein funky-fancy Denkmal gesetzt. Ich stelle mir hier eine tätowierte Yogini in knallbunter Leggings im Down Dog oder einarmigen Handstand vor. Auf rund 60 Seiten erklärt sie kurz und knackig, was Kick.Ass.Yoga eigentlich ist, nämlich grob gesagt ein Mix aus Yoga-Asanas, Faszientraining und funktionellen Körpergewichtsübungen. Dazu gibt’s obercoole Fotos aller Haltungen und Sequenzen, einen Code für 37 Online-Übungsvideos mit Pistol Squat, Psoas-Stretch, Core Flow und Co. und eben auch mal ein Zitat von Kurt Cobain: „Jemand anderes sein zu wollen ist eine Verschwendung Deines selbst.“ Jelenas Buch ist jedenfalls genau wie sie selbst: Undogmatisch, ungewöhnlich und ultra-motivierend: Ein Yoga-Buch für den Yogi 2.0.

Ist Kick.Ass.Yoga ein Buch für Yoga-Mamas?

Um Dich auf Jelenas Stil einzulassen, solltest Du Lust darauf haben, Dich zu bewegen und Deine Grenzen zu erkunden. Auf jeden Fall solltest Du nach Geburt und Rückbildung wieder in Deine Kraft gefunden haben und mit beiden Beinen in Deiner Asana-Praxis angekommen sein. Wenn Du soweit bist, wird das multimediale Buch Deine Praxis defintiv auf ein neues Level heben. Sie zeigt Dir, wie Du Deine Faszien ausrollst (das perfekte Mama-Abend-Ritual!), in tricky Asanas wie Ashtavakrasana kommst (Yeah! Mit dieser Pose wirst Du nicht nur bei Deinen kleinen Co-Yogis für Begeisterung sorgen) und und wie Du den einarmigen Handstand meisterst.

Down Dog: Für den Wau-Effekt Deiner Mama-Yoga-Praxis

Jelena selbst ist übrigens ein großer Fan vom Herabschauenden Hund, das hat die zweifache Mama, Yoga Journal-Kolumnistin und BeeAthletica-Botschafterin aus Berlin mir im Interview verraten, das zeigt sie immer wieder gerne auf ihrem inspirierenden Instagram-Account und natürlich auch in ihrem Buch. Dort schreibt sie:

„Der nach unten schauende Hund ist eine der wichtigsten Basic-Asanas und ein wahres Allheilmittel. Er dehnt die Hamstrings, kräftigt den Rücken und gibt sofort Feedback, wie es dir heute geht. Du kannst ihn immer wieder in deinen Alltag einbauen: morgens nach dem Aufstehen, mittags in einer geschützten Ecke im Büro und abends, um dir den Tag aus den Gliedern zu strecken und wieder zurück in den eigenen Körper zu finden. In den Sonnengrüßen wird der Hund sehr oft wiederholt, weshalb es sich lohnt, ihn genauer unter die Lupe zu nehmen.“

Bei Jelena sieht der Übergang von der Schiefen Ebene in den Down Dog dann so aus:

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Credit: Gräfer und Unzer Verlag/Bernd Jaworek

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Credit: Gräfer und Unzer Verlag/Bernd Jaworek

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Credit: Gräfer und Unzer Verlag/Bernd Jaworek

Mein Yoga-Mama-Fazit

 

Kick.Ass.Yoga ist knapp anderthalb Jahre nach der Geburt meiner jüngsten Tochter ein super Motivation für mich, um mich auch körperlich herausfordernden Asanas wieder zu nähern. An was ich beim Lesen erinnert wurde: Meine eigene Yoga-Praxis neigt dazu, etwas zu yin-lastig zu sein …

Außerdem ist das Buch etwas für Dudes und Damen, wie es Jelena so schön formuliert – also auch ein toller Ausgangspunkt für das Work-out und Work-in mit dem Mann des Herzens.

Jelena ist eine very Special Edition und Kick.Ass.Yoga eine Kreation, die Lust auf modernes Yoga verknüpft mit jahrtausendealter Tradition macht. Vielen Dank für die Kreativität, das Know How und und den Kick dazu, auch mal mehr zu wagen!

Und das Beste kommt auf der Matte, wie im Leben immer zum Schluss. Diese hinreißende Widmung fand ich am Ende des Buchs:

„Dieses Buch sei meinen Kindern gewidmet, die meine härtesten Lehrmeister sind und mich jeden Tag aufs Neue daran erinnern, wie viel Spaß Bewegung bedeutet. Aude sapere!“

Und hier gibt es noch ein bisschen mehr von und über Jelena: https://www.momazing.de/2016/10/26/jelena-lieberberg/

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New Partner – Shida Pourhosseini alias PulsYoga

Über ein cleveres Matching unserer #hashtags auf Instagram fiel mir das Profil von Shida Pourhosseini ins Auge, die Yoga für Athleten anbietet. Ein Aspekt von Yoga, der mich und auch viele meiner Kundinnen besonders anspricht. Ohne viele Likes war mir klar, diese Yogini schreibe ich mal an, empfahl sie auch gleich einer Triathletin weiter, die nach Yoga zur Ergänzung zu ihrem Training im Raum Rhein-Main jemanden suchte. Letztere ist noch heute eine überzeugte Schülerin von Shida und so dauerte es nicht lange, bis wir uns auch persönlich kennenlernten.

Shida mit Daniela Sämmler (Profi-Triathletin)

 

Shida ist seit 13 Jahren  Yogapraktizierende und unterrichtet vor allem Sportler und Leistungssportler. Sie kombiniert Yoga mittlerweile auch mit Blackroll®. Eine Kombination, von der ihre Leistungssportler wie der Schwimmweltmeister Marco Koch und Profi-Triathletin Daniela Sämmler profitieren. Die Yogapraxis fühlt sich danach viel leichter an. Verspannungen werden besser gelöst und das Hineingleiten in die Übungen wird geschmeidiger.

Shida mit Weltmeister-Schwimmer Marco Koch

 

Für Blackroll® entwickelt sie gerade für ein Ausbildungsprojekt und schreibt zudem ein Buch mit Übungen für Athleten. Hier arbeitet sie eng mit Profisportlern aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Shida hat aber auch die Bundesligisten SV Darmstadt 98 und den 1. FSV Mainz 05 mit Yoga begleitet.

Unsere Botschafterin Berit Kauffeldt (Profi-Volleyballerin)

 

Die kleine quirlige Frau steckt voller Energie. Sie rockt neben ihrem Vollzeitjob in der IT Branche, Yoga für Athleten und ihrer Familie mit Hund & Katze jetzt auch noch ein neues Großprojekt mit BeeAthletica und WEC. Ich darf an dieser Stelle schon ankündigen, dass PulsYoga, WEC und BeeAthletica  in diesem Projekt gemeinsam als „Om Your Sport“ auftreten werden. Unser erstes großes und gemeinschaftliches Yoga– Sportfestival findet vom 30.09.- 01.10.2017 in der BRITA Arena Wiesbaden statt. So viel können wir verraten: It’s gonna be great!

Neben diesem spannenden Event werden wir zukünftig auch noch kleinere Yoga-Sport Retreats anbieten.

Stay tuned… :)

Eure Bee

Photo-Credit: Pulsyoga

Knochenbrühe – heilsame Kraftsuppe & altbewährtes Superfood

Für alle, die es nicht so mit Fleisch & Knochen haben gleich vorweg: Ich kann euch verstehen. Ich war selbst über acht Jahre lang Vegetarierin und war und bin kein riesiger Fleisch-Fan. Abgesehen davon habe ich allerdings dennoch täglich mit rohem Fleisch und Knochen Kontakt, da unser Hund gebarft wird und auch die Katzen immer wieder frisches Fleisch bekommen.

Und obwohl ich deshalb im Vergleich zu früher mittlerweile etwas „abgehärteter“ bin, hat es trotzdem ein bisschen gedauert, bis ich bereit war, meine erste eigene Knochenbrühe zu kochen. Irgendwie konnte ich mir das mit den Knochen nicht so ganz vorstellen.

Was mich allerdings dann überzeugt hat, es wenigstens einmal auszuprobieren, war die Tatsache, dass es damals wie heute als heilsames Hausmittel verwendet wird, wenn es darum geht Gelenke, Immunsystem, Verdauung, ja die gesamte Gesundheit und das Wohlbefinden zu unterstützen. Da ich als Gesundheitsberaterin arbeite und mich täglich mit Gesundheitsthemen von Bewegung über Ernährung bis hin zu Entspannung beschäftige, wollte ich es schlussendlich nicht nur theoretisch wissen, sondern es auch selbst in der Praxis ausprobieren.

Inhaltsstoffe & Wirkung

Also gab ich mir einen Ruck, las verschiedenste Bücher zum Thema und hielt mir noch einmal alle positiven Fakten vor Augen: Knochenbrühe ist leicht verdaulich, sie enthält eine Vielzahl an Aminosäuren, Gelatine, Glucosamine, Mineralien und Vitamine. Sie tut den Gelenken, der Verdauung, dem Immunsystem (v.a. nach Erkrankungen) und Haut, Nägeln & Haaren gut. Sprich wer an beschleunigter Hautalterung, Gelenksschmerzen, Bandscheiben- und Knochenproblemen (Osteoporose, Osteopenie, Knochenmarksödeme usw.) oder Muskelbeschwerden leidet oder aber mit Darmproblemen (zB dem viel verbreiteten Leaky-Gut-Syndrom) bis hin zu Autoimmunerkrankungen zu kämpfen hat, dem kann diese Extradosis an Nährstoffen sehr gut tun. Auch in der Schwangerschaft oder im Wochenbett.

Noch dazu ist eine gute Brühe nicht nur nährstoffreich, sondern auch einfach zuzubereiten (dieser Punkt ist bei mir immer ein Trumpf 😉 ). Der „Nachteil“ wiederum ist die lange Kochdauer, wobei man dabei nichts weiter machen muss, sie muss halt vor sich hinköcheln.

Der Geschmack

Was mich nach meinem allerersten Experiment positiv überrascht hat, war der Geschmack. Ich hatte mich auf eine wahre Fleischbrühe eingestellt, als ich meine erste Rinderbrühe kostete. Aber dem war überhaupt nicht so. Auch die Hühnerbrühe schmeckte folglich leicht und nicht zu intensiv. Lamm und Fisch habe ich bisher noch immer nicht probiert (Lammgeschmack war noch nie meins und für die Fischsuppe war ich noch nicht neugierig genug 😉 ), aber mit Rind sowie Huhn bin ich bisher sehr gut gefahren. Der „Trick“ dabei ist, wenig bis kein Fleisch an den Knochen zu lassen, wenn man das fleischige Aroma nicht so gern mag oder sich erst noch herantastet. Wer dagegen gerne fleischig isst, kann auch das Fleisch mitkochen oder Knochen und Fleisch vorab auch noch im Ofen erwärmen, dann gewinnt die Brühe deutlich an Aroma.

Wie setzt man die fertige Knochenbrühe ein?

Ich verwende die Knochenbrühe einerseits als Basis für eine schnelle, schlichte Suppe beispielsweise mit Kräutern und Ei oder auch für andere Suppen, Eintöpfe, Gemüsegerichte oder Reis. Außerdem kann sie auch in Saucen, Risotto & Co verwendet werden. Oder eben als täglich genossene Gesundheits- oder Genesungskur.

Ich habe verschiedene Bücher zum Thema gelesen, in denen Brühen aus Knochen eine große Rolle spielen wie „Hemsley Hemsley – Natürlich gut essen“, „Die Suppen Apotheke“ von Anne Simons, „All you need is Soup“ von Susanne Seethaler sowie „Superfood Knochenbrühe“ von Ariane Resnick (letztere habe ich als Rezensionsexemplare erhalten). Ich mache die Brühen im Großen und Ganzen so, wie es dort empfohlen wird und das funktioniert mit ein paar einfachen Handgriffen. Wobei ich die Menge an Knochen anfangs reduziert habe, weil ich erstmal herausfinden wollte, ob es mir überhaupt schmecken und zusagen würde.

Und so geht’s

Zum Ausprobieren kann ich euch daher folgende Zutaten & Mengenangaben für eine leichte Basissuppe empfehlen:

– ca. 500g Bio-Knochen zB Bio-Rinderknochen (Querrippe, Marksknochen, Ochsenschwanz usw.) oder Bio-Hühnerknochen. Wer mag kann auch Lamm oder Fisch verwenden. Wichtig ist auf jeden Fall eine hohe Qualität, daher immer zu Bio greifen bzw. nach Möglichkeit am besten direkt von einem Bio-Hof beziehen. Wer wie geschrieben einen „fleischigeren“ Geschmack möchte, kann auch Knochen verwenden, welche noch Fleisch dran haben oder zusätzlich Fleisch hinzufügen

–  ca. 1,2l Wasser (die Knochen sollten durchwegs mit Wasser bedeckt sein)

–  1-2 EL Apfelessig oder der Saft einer frischgepressten Zitrone – das sorgt dafür, dass die Knochen ihre Mineralien besser freigeben

–  2 Lorbeerblätter (optional auch Pimentkörner und Thymianzweige)

–  Gemüse nach Wahl zB Suppengemüse wie Karotten, Zwiebel, Sellerie

– Frische Kräuter wie Petersilie

– 1-2 TL ganze Pfefferkörner

– KEIN Salz, dieses gibt man erst dann hinzu, wenn man die Brühe für das jeweilige Gericht verwendet

Wie gesagt ist das die „Anfänger-Dosierung“, ihr könnt auch gleich doppelt oder dreifach so viele Knochen verwenden und folglich auch die Wassermenge erhöhen.

Persönlich nehme ich für die Zubereitung einen Schnellkochtopf her, da ich so die Kochzeit deutlich kürzer halten kann. Denn auch in diesem Topf sollte man der Brühe rund drei bis vier Stunden (!) Zeit geben. Ein normaler, abgedeckter Kochtopf erfordert dagegen sogar mindestens 6 Stunden bei Hühnerbrühe und 10 bis 12 Stunden bei Rinderbrühe, laut den Hemsley Schwestern gerne auch länger. Hier muss ich ehrlich zugeben, dass ich das ohne Schnellkochtopf wohl nie probiert hätte. Drei bis vier Stunden sind dagegen machbar, wenn man das Ganze abends nebenbei köcheln lassen kann. Das stundenlange Köcheln soll sich übrigens auf die Heilkraft der Suppe auswirken, weil sich so nach und nach immer mehr wichtige Nährstoffe lösen können.

Bei der Zubereitung mache ich es wie in den besagten Kochbüchern vorgeschlagen. Die Knochen und das Gemüse werden unter fließend kaltem Wasser gewaschen. Dann kommt alles zusammen in den Topf der Wahl (er sollte auf jeden Fall groß genug sein) und wird mit dem kaltem Wasser aufgegossen. Beim Schnellkochtopf bitte unbedingt berücksichtigen, dass dieser nicht zu voll sein sollte.

Das Ganze einmal kurz aufkochen lassen (manche empfehlen auch, nur bis knapp unter den Siedepunkt zu erhitzen), dann die Temperatur zurückdrehen und die Brühe für die restliche Zeit bei reduzierter Hitze vor sich hinköcheln lassen. Während dieser Zeit sollte zu starkes Kochen auf jeden Fall vermieden werden.

Nach der entsprechenden Kochzeit wird die Brühe durch ein Haarsieb abseiht. Hinweis für Hundebesitzer: Die gekochten Knochen auf keinen Fall dem Hund geben – gekochte Knochen splittern nämlich im Gegensatz zu rohen und könnten ihn so verletzen!

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Die Knochenbrühe entweder gleich frisch verwenden oder aber in eine entsprechende Aufbewahrung umgießen. Schraubgläser haben sich hier ebenso bewährt wie BPA-freie Lock & Lock Behältnisse. Bevor die Gläser und Boxen in den Kühlschrank oder die Tiefkühltruhe wandern, vorher abkühlen lassen.

Wichtige Info am Rande: Die Fettschicht auf der Suppe versiegelt die Brühe, wenn man sie im Kühlschrank aufbewahrt (dann ist sie fünf bis sieben Tagen haltbar, außer man bewahrt sie in sterilisierten Schraubgläsern auf, dann hält sie sich auch länger). Verwendet man die Suppe, kann das Fett separat in ein eigenes Gefäß gegeben werden, um es bei Bedarf zum Braten zu verwenden.

Versiegelnde Fettschicht Knochenbrühe

Tiefgefroren hält sich die Suppe locker einige Monate. Manche machen das auch in Form von „Brühwürfeln“ in Eiswürfelbehälter. Da mein Gefrierschrank bereits komplett voll ist und ich es generell lieber frisch mag, brauche ich die Brühe eigentlich immer innerhalb von fünf Tagen auf.

Die Knochenbrühe selbst wird übrigens durch den hohen Anteil an Gelatine im Kühlschrank in ihrer Konsistenz ähnlich einem Pudding. Für einen extrahohen Gelatineanteil werden zu den Knochen übrigens auch Hühner-, Schweine- oder Kalbsfüße mitgekocht (hieran bin ich bisher aber noch gescheitert).

„Eine langsam gekochte Brühe ist die reinste Gesundheitskur“, meint Kochbuchautorin Anne Simons („Die Suppenapotheke“) und nach meinen eigenen Erfahrungen kann ich das nur bestätigen. V.a. jetzt im Winter, wo Erkältungskrankheiten und Grippe sich ausbreiten, ist eine bewusste Ernährung und das Versorgen mit Nährstoffen ganz ganz wichtig (und wer kennt sie nicht, die vielbesagte Hühnersuppe, die weltweit in sämtlichen Kulturen als Erkältungsmedizin und zur allgemeinen Stärkung im Einsatz ist?).

Knochenbrühe_serviert

In diesem Sinne wünsche ich gutes Gelingen, falls ihr euch einmal selbst daran wagen wollt. Und einen guten Wiedereinstieg für alle, die bereits früher Brühen gekocht haben und es jetzt wieder angehen möchten.

Alles Liebe,
Vera

 

Warum Yoga Leistungssportlern so gut tut

Heute ist ein „freier“ Tag. Frei in Anführungszeichen, weil man als professionelle Volleyballerin eigentlich selten wirklich frei hat. Denn trainingsfreie Tage, wie ich sie nenne, sind gleichzeitig Regenarationstage. Im Moment spielen wir jede Woche zwei Mal, da kann man REGENARATION schon mal groß schreiben. Und zu einem Tag, wo ich die Batterien auflade, gehört für mich auch eine längere Yogapraxis.

Ich habe eher intuitiv mit dem Yoga begonnen, es hat mir Spaß gemacht, es tat mir irgendwie gut und deshalb bin ich dabei geblieben. Ich habe lange nicht wirklich darüber nachgedacht, was es mir genau bringt, der Baum, der herabschauende Hund und der Pflug und trotzdem habe ich meine Matte immer wieder ausgerollt.

Im Nachhinein liegen die Vorteile für mich auf der Hand und ich frage mich, warum nicht alle Leistungssportler Yoga in ihren Trainingsplan integrieren. Denn ich denke, dass es jedem Athleten dazu verhelfen könnte eine Stufe höher zu klettern. Ich bin zumindest froh, dass ich es schon so früh entdeckt habe. Denn diese positiven Auswirkungen kann ich beobachten:

1. Allgemeine Kräftigung

Yoga kräftigt den ganzen Körper, vor allem die kleinen Muskeln, die im normalen Krafttraining wenig Beachtung finden und doch so wichtig sind. All die kleinen Muskeln, die die Sehnen und Bänder unterstützen. Eine Sportart professionell zu betreiben heißt auch, immer wieder die gleichen Bewegungen zu machen und so auch immer wieder die gleichen Muskeln zu trainieren oder verkümmern zu lassen. Durch Yoga wird dieses Ungleichgewicht ausgeglichen. Beispiel gefällig? Beim Volleyball wird viel gebaggert, das funktioniert am besten, wenn man die Schultern vorzieht, deshalb sind die Brustmuskeln bei vielen Mädels (und auch Jungs) verkürzt und sie laufen krumm – ich gehöre glücklicherweise nicht dazu.

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2. Balance

Gleichgewicht ist in den meisten Sportarten eine wichtige Komponente. Auch im Volleyball wird oft ein- oder beidbeinig gesprungen und gelandet. Das passiert nicht immer komplett kontrolliert oder auch mal auf den Füßen von jemand anderem. Da ist es vor allem wichtig nicht umzuknicken oder sich das Knie zu verdrehen. Außerdem geht eine bessere Balance und Koordination Hand in Hand mit einer besseren Kontrolle über deine Bewegungen und das wiederum bedeutet bessere Technik bei kleinerem Verletzungsrisiko.

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3. Dehnfähigkeit

Yoga verbessert die Dehnbarkeit von Muskeln und Gelenken, was den ganzen Körper geschmeidiger werden lässt. Eine größere Dehnfähigkeit geht mit einer größeren Bewegungsamplitude einher und das bedeutet in den meisten Sportarten mehr Kraft einsetzen zu können, egal ob es sich um den Armzug beim Kraulen handelt oder beim Speerweitwurf. Außerdem ist ein gedehnter Körper weit weniger anfällig für jegliche Verletzungen, zum Beispiel sind gedehnte Oberschenkelrückseiten die beste Prophylaxe für Rückenschmerzen.

Dehnung

Neben körperlichen Vorzügen, die Yoga Sportlern bietet, sehe ich jedoch den großen Pluspunkt in der Verbesserung der mentalen Stärke. Punkt 4 bildet für mich dabei so etwas wie das Bindeglied zwischen Körper und Geist. Die Rede ist von der:

4. Verbindung mit dem Atem

Durch Yoga habe ich meinen Atem kennen gelernt und mich mit ihm zu bewegen. Es ist unglaublich hilfreich seinen Atem zu beobachten, denn falls du mal nicht genau weißt, wie es dir geht, dein Atem sagt es dir. Schnell und flach? Du scheinst nervös zu sein. Tief und kräftig? Du bist voll in deinem Element und strotzt Kraft. Das Grandiose ist aber, dass es auch umgekehrt funktioniert. Man kann seinen Atem beeinflussen und dadurch seinen Gemütszustand ändern. Hier mein Beispiel: wenn ich meine Gedanken anfangen während des Spiels verrückt zu spielen, sich an negativen Dingen aufhängen, konzentriere ich mich auf einen gleichmäßigen, rhythmischen Atem. Das funktioniert.

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5. Savasana – hier passieren die Wunder

Das beste zum Schluss. So ist das auch im Yoga. Savasana, die Totenstellung, Zeit zum Nachspüren und Beobachten, das ist so wertvoll. In dieser letzten Phase jeder Yogapraxis kannst du dich und deine Gedanken kennen lernen, merken was da oben eigentlich die ganze Zeit abgeht. Und das ist letztendlich der Schlüssel zum Erfolg. Denn was unterscheidet die guten Sportler von den besten? Der Kopf! Wer seine Gedanken am besten im Griff hat in dem Moment wenn es darauf ankommt, gewinnt am Ende. Jeder Leistungssportler kennt den Druck, der Druck von außen, vom Trainer vom Verein, von den Medien und nicht zuletzt den Druck den sich jeder selber Macht. Yoga kann definitiv helfen damit umzugehen. Es hilft dir den Fokus zu behalten und dich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Buhende Fans, Trainer, die die Augen verdrehen und negative Zeitungsartikel gehören nicht dazu…

Savasana

Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Yoga ist Regeneration, Verletzungsprävention und Training der mentalen Stärke in einem. Und genau das ist das Besondere, denn Muskeln können auch anders trainiert werden und dehnen kann dich auch dein Physiotherapeut. Aber am Ende gewinnt nicht die Mannschaft, die die meisten Kilos bei der Kniebeuge stemmt, sondern, die im entscheidenden Satz, beim entscheidenden Punkt die Eier hat.

Photocredit: Pulsyoga, Darmstadt

Soviel dazu

Viele Grüße,

Deine Berit

PS: 6. Beim Yoga trifft man immer nette Leute. Denn ich habe festgestellt, dass nur solche überhaupt mitmachen.

Männeryoga, Flexibilität und Instagram.

Sieht man sich in Yogastudios um, muss man noch immer feststellen, dass Männer deutlich in der Unterzahl sind. Auch auf die Matten um mich herum verirren sich höchstens zwei bis drei andere Männer pro Yogastunde. Berichte ich, dass ich mich nach meiner Karriere als Leichtathlet dem Yoga zugewendet habe, werden mir nicht selten fragende Blicke zugeworfen. Doch was sind die Gründe dafür? Warum sollte Yoga nichts für Männer sein und warum werden Männer nicht von Yoga angezogen?

Zen

Ausschlaggebend dafür ist meines Erachtens die Positionierung von Yoga. So wurde es im Westen in der Vergangenheit und teilweise auch noch bis heute oftmals als Workout verkauft – als fernöstliches Stabilisationstraining. In Werbeanzeigen oder Fernsehspots wurden stets nur feenhafte, gelenkige Frauen dargestellt, die anmutig die komplexesten Posen einnehmen. Für Männer zwar einerseits nett anzusehen, andererseits bei der Vorstellung selbst ebendiese Posen einnehmen zu müssen, jedoch stark abschreckend. Ganz zu schweigen von der vorgeschriebenen Leggins-Pflicht. Dann doch lieber Eisen stemmen.

Zwar hat sich bis heute herumgesprochen, dass Yoga weit mehr ist als Asana Übungen und auch die Effekte über Stabilisations- und Flexibilitätstraining hinausgehen, dennoch halten sich einige Vorurteile hartnäckig. Nicht selten bekomme ich von Freunden zu hören: »Ich zum Yoga mitkommen? Nee, ich bin viel zu ungelenkig und am Ende muss ich auch noch ‚Om Shanti Shanti’ singen.« Die (sozialen) Medien sind hier sicherlich nicht ganz unschuldig. Schließlich finden Bilder von herumkrebsenden Normalos nur selten Verbreitung. Jedoch muss das Training des herumkrebsenden Normalos nicht weniger effektiv sein; für jede Pose gibt es eine Alternative mit ähnlicher Wirkung.

Wer sich einmal aufrafft und eine Yogastunde besucht, wird merken, dass nicht nur super bewegliche Menschen oder Esoteriker zum Yoga gehen, sondern vielmehr von Jung bis Alt, Beweglich bis Stocksteif (hierzu würde ich mich zählen) alles vertreten ist. Belächelt werden nicht die, die wenig grazil und unbeweglich sind oder gar Verletzungen und Einschränkungen mitbringen, sondern die, die sich gar nicht erst auf die Matte trauen.

Yoga

Deswegen, Männer, lasst euer Ego zuhause, nehmt euch so viele Blöcke, Gurte, Bolster und Decken wie ihr benötigt. Im Yoga geht es nicht primär um Flexibilität. Lasst euch von Instagram und Co. nichts vormachen. Das Ziel ist Stabilität. Stabilität des Körpers und des Geistes. Function over Form. Und am Ende des Tages könnt ihr euch sicher sein, dass im Studio auf einen Mann mindestens vier Frauen kommen. Aber nicht mehr lange. Ihr müsst euch beeilen.