Abgetaucht. Eingetaucht. Wieder aufgetuacht.

Marens Pura-Vida-PachaMamazeit oder „Das andere Leben“!

Irgendwo im Nirgendwo, im Grünen, in der costa-ricanischen Pampa gibt es eine Gemeinschaft von Menschen aus der ganzen Welt, die sich zusammen ihren Traum von einem anderen Leben erfüllt haben. Einem Leben jenseits des Konsums und Mainstream. Ein Leben, dass im Einklang mit der Umwelt und Natur ist. Ein Leben, dass sich an spirituellem Wachstum orientiert. Das PachaMama wurde vor 17 Jahren gegründet und ist mittlerweile ein etablierter Ort für Heilung und Transformation mit Stille-Retreats, Body-Cleanse und einem großen Angebot an spirituellen und therapeutischen Workshops, schamanischen Zeremonien etc.

Das Leben in der Gemeinschaft beschäftigt mich als Thema schon länger, so dass ich im Januar aufgebrochen bin um für eine Weile im PachaMama zu sein und zu erleben, wie so eine etablierte Community „funktioniert“. Nachdem ich alle Zelte in Deutschland abgebrochen hatte, war ich frei wie ein Vogel….

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Was vielleicht das Schönste an meiner Zeit im PachaMama war (wenn man das überhaupt sagen kann), dann ist es, dass es mir unglaublich leicht gefallen ist, im HIER und JETZT zu leben. Ich bin eine große Planerin und liebe es zu organisieren (jeder, der mich näher kennt, wird an dieser Stelle schmunzeln). Natürlich musste ich auch in Costa Rica Dinge planen. Aber das unmittelbare Leben in der Natur, der andere Rhythmus, die Gemeinschaft und das gemeinsame tägliche meditieren haben mich dabei unterstützt, nicht über meine Zukunft nach zu denken und zu planen, was nach meiner Reise kommen wird. Einfach Tag für Tag zu leben. Jeden Tag als Geschenk zu erleben und der Intelligenz des Lebens zu vertrauen.

Sieben Monate später bin ich wieder da. Es hat etwas gedauert, wieder voll und ganz zu landen. Das Ankommen war und ist ein ein Prozess. Ich spüre, wie die PachaMama-Erfahrung noch ganz stark in mir „arbeitet“. Wenn Costa Rica nicht so verdammt weit weg wäre, dann könnte ich mir tatsächlich vorstellen, in dieser Gemeinschaft zu leben. Es ist ein einzigartiger Ort, der kaum in Worte zu fassen ist und ich bin unglaublich dankbar, dass ich meiner inneren Stimme vertraut habe und ihr ins PachaMama gefolgt bin.

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Das hört sich jetzt alles nur nach Leichtigkeit und Freiheit an. Und ja, das ist definitiv ein großer Teil meiner Zeit: ich war in den Tropen, im Paradies und an einem unglaublich bereichernden Ort, habe den Sonnenschein und die warmen Temperaturen genossen, sowie die leckeren Mangos und frischen Kokosnüsse, die großzügige Natur um mich herum…

Aber wenn man in so einer Gemeinschaft und in der Ferne lebt, kommen natürlich auch ein paar Herausforderungen auf einen zu (wie z.B. die eigene Komfortzone zu verlassen, kaum Privatsphäre zu haben, ständige Abschiede von Reisefreunden, teilweise extremes Klima and the list goes on….). Es ist jedenfalls nicht immer nur alles leicht, selbst wenn die Fotos oftmals so aussehen. Während meiner Zeit habe ich im Waldorfkindergarten des PachaMama gearbeitet, ein Yogateachertraining assistiert und so meinen Beitrag zum Gemeinschaftsleben beigetragen. Und dann ist da ja auch noch die „innere Arbeit“ und die Workshops, die intensive Prozesse angestossen haben, die ich im Alltag schwieriger in dieser Tiefe erleben könnte. Auch das ist nicht immer einfach, aber sehr heilsam und absolut bereichernd.

 

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Es gibt so viele verschiedene Aspekte, über die ich hier schreiben könnte, wenn ich auf diese reiche Zeit zurückblicke. Ich picke hier aber mal einen heraus, der mich besonders nachhaltig begleitet und vielleicht auch dich inspiriert. Ein Aspekt, den man gut in seinen Alltag integrieren kann und der die Welt ein kleines bisschen zu einem besseren Ort macht:

Das täglich „Highlight“ im Pachamama war für mich persönlich (neben dem Yoga am Morgen natürlich) die Stille Meditation, die dort jeden Abend stattfindet (ja, jeden Abend – auch am Samstag und Sonntag!). In dieser Zeit kommt im PachaMama alles zur Ruhe und jeder, der es einrichten kann, kommt in die Meditationshalle. Die Stille ist der Herzschlag der Gemeinschaft und bringt sie näher zueinander, sie schafft Verbindung. Gleichzeitig ist die Meditationszeit in Stille natürlich auch individuell für jeden einzeln bereichernd. Es wird kein spezifischer Meditationsstil unterrichtet, sondern jeder kann die Stille auf seine eigene Art und Weise genießen. Sie wird auch „taking an inner shower“ genannt: dieser Ausdruck gefällt mir sehr gut und ich liebe den Moment, wenn alle zusammenkommen um gemeinsam zu schweigen und einfach nur in Stille zusammen zu sein. Da passiert so viel, es ist wie Magie!

Innerlich duschen, all das wegspülen, was belastet, leer werden, loslassen, präsent werden, dem Atem lauschen, sich mit seiner Essenz und der Gemeinschaft verbinden.

Es ist natürlich viel leichter, sich diese Stillezeit zu nehmen, wenn sie so im Leben integriert ist und sich alle dazu committen wie im PachaMama. Aber egal, wo wir sind, wir können uns überall die Zeit nehmen, „eine Dusche für unsere innere Landschaft zu nehmen“, genauso wie wir ja auch täglich unsere Zähne putzen. Warum nicht auch den Geist täglich reinigen? Es macht einen spürbaren Unterschied – für dich selbst und für deine unmittelbare Umwelt.

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Innerlich gestärkt und aufgeräumt, mit einem Herzen voller Dankbarkeit und Liebe bin ich nun wieder zurück in Deutschland. Hier und Jetzt. Ohne genau zu wissen, was als Nächstes kommt. Auch wenn ich das naturverbundene Gemeinschaftsleben im PachaMama vermisse und sich mir gerade viele Fragen stellen, freue ich mich, wieder hier zu sein. Ich freue mich, all das was ich in meiner PachaMamazeit gelernt habe, mit euch zu teilen. Denn, selbst wenn gerade noch vieles für meinen Neuanfang unklar ist, eins ist klarer denn je: ICH WILL MEHR YOGA UNTERRICHTEN!

Im November steht ein „Wohlfühl-Wochenende“ in St.Peter-Ording auf dem Plan, organisiert von Yogadelight DELUXE.
Silvester könnt ihr mit mir an einem ganz besonderen Ort verbringen und mit  verschiedenen Ritualen, Tanz, Meditation und Stille das neue Jahr begrüßen: in der Wüste! Die Reise wird organisiert von SAHARA YOGA.
Mehr Informationen zu den Retreats findest du hier: http://lotusflower.de/workshops/

Es bleibt also spannend…

Weitere Fotos von meiner PachaMamaZeit, CostaRicaReise und meinem Neuanfang könnt ihr bei Instagram sehen: https://www.instagram.com/maren_yoga/

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Yoga in der Schwangerschaft

Viele Frauen finden den Einstieg ins Yoga, wenn sie schwanger sind. Von allen Seiten wird Yoga angepriesen und die Vorteile gelobt. Yoga sei ideal für Schwangere zum Entspannen. Yoga ist natürlich nicht nur für Schwangere ideal, aber es tut dir sehr gut und fördert dein Wohlbefinden ungemein.

 

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Was hat es auf sich mit dem Yoga in der Schwangerschaft?
Yoga hilft dir als werdende Mama, dass du dich voll und ganz auf dich konzentrieren kannst. Dein Alltag geht wie gewohnt weiter, du arbeitest, machst deinen Haushalt, Sport, Yoga….. , aber in deinem Körper passiert ganz viel und Yoga hilft dir dabei die Veränderungen deines Körpers bewusst wahr zu nehmen und dich darauf einzustellen, dass du bald eine Mama bist.
Dein Körper verrichtet in der Schwangerschaft Höchstleistungen, auch wenn dir das noch nicht so bewusst ist. Dein Körper baut sich um und bereitet sich vor ein Kind in dir wachsen zu lassen. Die erste Zeit wirst du das merken, denn du möchtest nur noch schlafen, ist aber völlig normal.

Mir ging es genauso, ich hätte manchmal im Stehen schlafen können oder besser 24 Stunden am Tag. Prinzipiell kannst du was Yoga betrifft alles machen was du vorher schon gemacht hast und dir gut getan hat. Hier ist es ganz wichtig auf deine innere Stimme zu hören.
Wenn du mit Yoga anfängst mach langsam, du musst niemandem was beweisen. Letztendlich machst du Yoga für Dich und sonst niemanden. Du hast schließlich die Verantwortung für Dich und dein Kind.

Was für Übungen tun in der Schwangerschaft besonders gut?
Dein unterer Rücken wird in der Schwangerschaft besonders beansprucht. Erstens durch den wachsenden Kugelbauch, denn du vor dir herschiebst und zweitens durch die Hormone werden die Bänder und das Gewebe lockerer. Übungen für den unteren Rücken sind deshalb wunderbar. Hier ein paar Anregungen, was du gut machen kannst:

Die Stellung des Kindes (Balasana) ist top und dehnt deinen kompletten Rücken, bei wachsendem Bauch einfach die Beine etwas öffnen, damit dein Bauch Platz hat.

Ich fand die stehende Vorbeuge (Uttanasana) immer wunderbar in der Schwangerschaft und hätte eigentlich so den ganzen Tag verbringen können. Ist Geschmackssache probiere es aus ob es dir gut tut. Achte dabei auf deinen Kreislauf, manche Schwangere mögen das nicht.

Schön ist es auch wenn du dich auf den Boden legst und die Beine an der Wand hoch streckst oder die Beine anwinkelst und aufs Bett oder Sofa ablegst. Das entspannt den unteren Rücken und verschafft dir eine Atempause. Schließ dabei die Augen und lege die Hände auf deinen Bauch. Du wirst sehen, es zaubert dir gleich ein Lächeln auf dein Gesicht. Danach langsam über die Seite aufstehen.

Eine wunderbare Übung ist auch der herabschauende Hund (Adho Mukha Shvanasana), er dehnt deine komplette Körperrückseite, wenn du Probleme mit deinen Handgelenken hast, geht auch gut der Vierfüßler Stand, dabei abwechselnd den Rücken runden werden lassen und strecken.

Viel Spaß beim Entspannen und Yogieren.

M-OM-asté, Eure Katja

Beet Bowl

Mein Genießerprogramm nach dem Sport. Ergibt 2 Portionen.
Zubereitungszeit: 10 Minuten

Zutaten:

– 3 Bananen, gefroren (geschält und in Stücken)
– 1/2 rote Bete
– 200 g gemischte rote Beeren (+ für die Deko)
– 1 kleines Stück Ingwer
– 2 TL Açai-Pulver (optional für den Vitamin C-Kick)
– 1/2 Mango
– 2 EL Granola (Crunch Müsli)
– ein paar Kokoschips

BeetBowl_klein

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Die gefrorenen Bananenstücke in einen (guten!) Standmixer geben. Ich verwende den unschlagbaren Vitamix 750, darin lassen sich auch Eiswürfel zerkleinern und Puderzucker aus Rohrohrzucker herstellen. Die Rote Bete wenn nötig waschen, dann würfeln. Den Ingwer schälen. Dann die Rote Bete, Ingwer und Açai-Pulver gemeinsam in den Mixer zu den Bananen geben und pulsierend pürieren. Es entsteht eine cremige Eiscreme.

Die Eiscreme auf zwei Schälchen verteilen und glatt streichen. Mangostücke, Granola, Kokoschips und Beeren darauf verteilen und genießen.

Veganpassion_Kochbuch

Kambodscha, Yoga Karma Retreat und die Asanas des täglichen Lebens…

Da es in Peking leider kein Jivamukti- Center gibt, freute ich mich vom „Karma Yoga Retreat“ meiner Lehrerinnen Yogeswari und Cat Alip in Kambodscha zu hören. Bis dahin wusste ich nicht viel über Kambodscha oder Jianpuzhai, wie es meine Mitmenschen nennen.

Anfang März geht es endlich los. Mit Zwischenstop Guangzhou fliege ich aus dem eiskalten Peking ins über 30 Grad heiße Siem Reap. Guangzhou ist eine dieser Riesenstädte von denen man nie etwas gehört hat, dennoch viermal so groß ist wie Berlin.

Nach weiteren 2 Stunden lande ich sicher am Ziel allerdings ohne Koffer. Meine Asana abseits der Yogamatte – für diesenTag.

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Asana kann mit „Sitz“ und „Verbindung zur Erde“ übersetzen werden. In diesem Zusammenhang sind es meine täglichen Übungen im Alltag im Gleichgewicht zu bleiben.

Asana des täglichen Lebens:
Koffer weg und leider nur unwichtiges Zeug wie Wimperntusche im Handgepäck….Auch das kann einen Yogi oder jedenfalls uns Frauen gerne in den Anflug einer leichten Hysterie versetzen. Nachdem ich es bei der kurzen Umsteigezeit schon irgendwie geahnt hatte, war ich wohl unterbewusst darauf vorbereitet und erstaunlich ruhig. Getreu dem Motto „Es wächst nur was man giesst“ versuche ich möglichst wenig Energie in den Vorfall zu stecken. Nach 2 Tagen, geliehenen Yogaklamotten und in Wasser eingelegten Kontaktlinsen kam der Koffer auch prompt ins Hotelzimmer geliefert.

Die Fahrt zum Hotel geht auf staubigen Strassen vorbei an Straßenhändlern, spielenden Kindern und vielen wilden herrenlosen Hunden. Die Häuser sind großteils aus Holz gebaute Hütten ohne Fenster oder festes Dach. Überall hupt es und im Gegensatz zu Pekings Elektrorollern, sind die Mopets deutlich zu hören. Zeitgleich überholt eine komplette Familie ( Papa, Mama und 2 Kleinkinder) auf ihrem Zweirad rechts und ein Tucktuck gefüllt mit 5 Touristen links…

Strassenstand

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Immer deutlicher wird mir bewusst, dass trotz all dieser hochpreisigen ausländischen Hotelanlagen, ich in einem sehr armen Land gelandet bin… Einem Land dessen Trockenheit unter anderem durch die katastrophale Abholzung des dortigen Regenwaldes verursacht wurde. Trotz vermehrtem Druck aus dem Ausland werden immer noch, zum Teil illegal, Konzessionen zum Kahlschlag vergeben. „Kritiker werden eingeschüchtert und Forstaufseher ermordet.“ ( Zitat Wikipedia).

Hier beginnt auch meine eigentliche Geschichte, eine Geschichte abseits des Massentourismus.

Karma Yoga Retreat – der Name kommt nicht von ungefähr. Bereits zum achten Mal wird durch die beiden Jivamukti- Lehrerinnen ein Zusammentreffen von Teilnehmer und Mädchen aus Kambodscha organisiert.

Während dieser Woche lernen wir bei gemeinsamen Ausflügen und den täglichen Yogaklassen die Mädchen bzw. jungen Frauen kennen und mit ihnen…ihr Land Kambodscha mit all seinen wunderschönen Plätzen aber auch Problemen.

Gruppe

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Da ist zum Beispiel Em. Mit ihrer „Messenger Band“ macht sie auf die Situation der Arbeiterinnen in den Textilfabriken und die dortigen Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam. Und von diesen Fabriken gibt es viele. Ein nicht ganz ungefährliches Projekt. Korruption und Selbstbereicherung sind in weiten Teilen das Hauptproblem. Wer sich wehrt verschwindet oder bekommt Drohungen gegen sein Familie.

Oder En Dara, die mittlerweile mit Hilfe der Foundation eine eigene Yogaschule gegründet hat. Ein Ort in Phnom Penh an dem Jugendliche üben können. Yogaunterricht, was für uns selbstverständlich erscheint, ist dort (wie auch in China um ehrlich zu sein…) meist den Wohlhabenden vorbehalten und mit vielen Vorurteilen behaftet. Aufgrund der Erziehung ist es den meisten Frauen unangenehm in Baddha Konasana zu liegen oder in Adho Mukha den Po in die Höhe zu strecken…

Ich denke auch oft an Sreypov, die gerne Jura studieren möchte…am liebsten Völkerrecht und auf ein kleines Wunder hofft um ein Visum oder Stipendium für das Ausland zu bekommen.
Nur so hat sie die Möglichkeit von dort aus sich für die Menschen einzusetzen die durch den Staat enteignet wurden, wie ihre eigenen Eltern. In der Ausweglosigkeit ziehen vielen Familien in die bis noch Mitte der 90er Jahre neu vermimten Gebiete. Hunderte Menschen werden dadurch jährlich getötet, unzählige unschuldige Kinder beim Spielen verstümmelt. Hier wäre dringend Hilfe notwendig. Aber selbst die freien Arbeitsstellen als Anwalt in Kambodscha bleiben sind für die dem System Wohlgesinnten vorgesehen. Ich suche noch immer nach einer Idee ihr zu helfen….

Asana des täglichen Lebens: Die erste Reaktion die bei uns Menschen auf Ungerechtigkeit Eintritt ist meist Hass, Unverständnis, wir werden wütend. Aber Hass auf der einen Seite, erzeugt immer auch Hass und Gewalt auf der anderen Seite. Keine dieser 3 jungen Frauen sieht sich als Opfer ihrer selbst, sondern sie schauen erwartungsvoll in einer hoffentlich bessere Zukunft. Nur über Bildung und Aufklärung ist das überhaupt möglich. Dank der Azahar Foundation und ihrem eigenen unglaublichen Willen sprechen alle mittlerweile sehr gutes Englisch- was vor 8 Jahren, zu Beginn des Projektes, nicht der Fall war.

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Es folgen wunderschöne und sehr emotionale Tage: Der Besuch von Angkor Wat und vielen weiteren Tempeln- einer Kinderklinik die ein Schweizer Arzt durch Spendengeldern finanziert, bunte Märkte und dutzende vegane Restaurants (was ich wirklich nicht erwartet hätte)… Aber was bleibt, weiterlebt und Unterstützung verdient sind diese wunderbaren Menschen- die Khmer- wie sie sich selbst nennen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir in einem Land geboren sind, in dem die Meinungsfreiheit heute im Grundgesetz verankert ist.

In Kambodscha hätte ich diesen Artikel nicht schreiben können.

Ein Sprichwort in Khmer sagt „Jungen sind Gold und Mädchen sind Papier“… diese Mädchen, die ich getroffen haben sagen aber von sich- „Jungen sind Gold- aber wir sind Diamanten“.

Lauf- und Yogaseminar im mama thresl

Es ist wieder soweit. Nach dem tollen Erfolg unseres Run und Om Retreats im vergangenen Jahr werden wir es uns auch dieses Jahr Ende Oktober im wunderschönen mama thresl Hotel in Leogang laufend und yogierend wieder so richtig gut gehen lassen.

Ein bisschen athletischer als die meisten Yogawochenenden und auch ein bisschen lifestyliger und bunter, denn schließlich muss ich ja authentisch bleiben :).

Wir werden die Berge und Täler ums wunderschöne mama thresl Hotel mit der ehemaligen Profisportlerin Larissa Kleinmann erlaufen, restoratives Yin-Yoga mit Tanja Seehofer praktizieren und vielleicht for fun ein bisschen Modenschau mit ‚real people‘ machen.

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Wir alle sind mega gespannt auf unsere Frauen-Power-Combo, bei der geballte Leidenschaft und Liebe für den gesunden Lifestyle zusammenkommt.

Wann: 27. – 30.10.2016 (3 Tage, Do.-So.)

Wo: mama thresl Hotel, Leogang/Österreich

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Weitere Infos und Buchung über Yogadelight unter folgendem folgendem Link: YOGA und LAUFSEMINAR im mama thresl Hotel

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Magst du mitkommen? Wir würden uns sehr freuen.

Namasté.

Bee mit Claudia, Tanja und Larissa

Yoga und Pilates in Schwangerschaft und Rückbildung

Nachdem ich in meinem neuen Leben in Bayern und mit zwei Kindern angekommen bin, möchte ich mit euch meine Erfahrungen teilen, wie ich in der Zeit der Schwangerschaften Entspannung gefunden habe – und danach in meine körperliche Mitte zurückkehren konnte. Da ich mit zwei Kindern nicht nur ausgefüllt sondern auch glücklich bin, geht für mich mit dem Ende des zweiten Wochenbetts eine kleine Ära zu Ende, und ich freue mich, von jetzt an andere Frauen in dieser wunderbaren Phase des Lebens zu begleiten.

In der Zeit der Schwangerschaft erleben Frauen in ihrem eigenen Körper die Essenz von Yoga. So zauberhaft dieser Gedanke und die Vorfreude auf das neue Leben sind, schwanger sein bedeutet nicht für jede Frau, automatisch immer nur glücklich zu sein. Auch ich erinnere mich an Tage der Ängste und des Drucks. In einem selbst verändert sich die Welt, doch im Außen, v.a. im Job, soll Frau weiter funktionieren wie bisher. Auch der Hormonhaushalt beginnt, Achterbahn zu fahren, insbesondere in den ersten drei Monaten. Hinzu kommen körperliche Veränderungen, vielleicht sogar Beeinträchtigungen. Yoga hat mir in diesen bewegenden Phasen sehr geholfen und gut getan, mir einen Rückzugsort im Innen geboten, einen Platz zum durchatmen und loslassen. Während ich in meiner ersten Schwangerschaft noch sehr kraftvoll geübt habe, hatte ich in meiner zweiten mit einem quirligen Einjährigen an der Hand eher das Bedürfnis nach tiefer Entspannung, nach Loslassen. Das ist das Schöne an Yoga – dass er uns genau das schenkt, was wir brauchen. Wir müssen es nur zulassen. Auch das musste ich erst lernen: dass es ok ist, sich vom Workout-Gedanken zu lösen.

Obwohl ich seit gut anderthalb Jahren ausschließlich Yoga unterrichte, habe ich Pilates als Methode nie ausgeklammert, sondern – v.a. in der Rückbildung – in mein Training wie in meine Kurse integriert. Nach den Geburten entfachte ich mir jedesmal diese große Sehnsucht nach gefühlter Mitte. Da war dieses vermeintliche Loch im Bauch, butterweich, so leer. Eine Körperregion, zu der plötzlich der Bezug fehlt. Sie wieder zurückzuerobern, das braucht zunächst Zeit zur Heilung. Zuvor hätte ich nie geglaubt, wie großartig die Natur die Rückbildung geregelt hat, v.a. durch Stillen. Für den Rest fand ich sowohl im Yoga als auch im Pilates effizient schließende Asanas und Übungen. Sehr gerne habe ich auch den Magic Circle zur Rückbildung eingesetzt, da er den Fokus auf die Körpermitte verstärkt. Vom Stillen verspannte , kyphotische obere Rücken lieben herabschauende Hunde, schmelzende Herzen oder sanfte Pushes. Und der Hängepo (Nachdem alles weich wurde, darf es sich auch wieder festigen…) erfährt in kraftvollen Standhaltungen wie dem Stuhl ein wohltuendes Lifting.

 

Luisa_FoBi

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Wenn du mehr von mir zum Thema Prä- und Postnatalyoga lernen möchtest, egal ob für deine eigene „Reise“ oder zum Bereichern deines Unterrichts, lade ich dich zu unserer Fortbildung zum Thema im Herbst bei Yoga Süd in Stuttgart ein.

Ich freue mich auf dich!

Mein Herzensprojekt: Love, Pets & Harmony

Oh wie bin ich froh, dass ich es endlich in die Welt hinaus posaunen kann: Ich habe mein erstes eigenes Label gegründet und zwar eines, das zwei meiner größten Leidenschaften miteinander verbindet: Haustiere und Yoga.

 

Love, Pets & Harmony BeeAthletica

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Love, Pets & Harmony ist eine Brand, die für alle haustierliebenden Yoginis gemacht ist. Für alle, die ihre Yogamatte mit ihrem Tierchen teilen, ob Hund oder Katz’. Wer selbst Haustiere hat, kennt es wahrscheinlich: In dem Moment, in dem man die Yogamatte ausrollt, ist man meist nicht mehr alleine. Selbst wenn vorher irgendwo tief und fest geschlafen wurde. Das Matten-Ausrollgeräusch hat mein Hund so gut abgespeichert wie das Geräusch des sich öffnenden Kühlschranks – er hört es IMMER. Die Katzen lieben außerdem yogische Mantras und natürlich auch jegliche Art von Yogamatte, was bei drei Katzen schon Mal Platzprobleme bereiten kann, noch dazu, wenn es darüber hinaus einen 30kg Rüden gibt, der ebenfalls mitmachen will. Kein Wunder also, dass ich irgendwann daran dachte eine größere Matte wäre fein. Außerdem erzählte mir jeder andere Haustierbesitzer mit Affinität zum Yoga ebensolche Geschichten, was mir zeigte, dass ich ganz offensichtlich nicht alleine mit dieser „Mein-Haustier-ist-auch-ein-Yogi“-Tatsache lebte und weil ich schon von Kindesbeinen an eine waschechte Katzen- und Hundeliebhaberin war und mich (fast) alles mit Katzenmotiven direkt anspricht, war irgendwie plötzlich klar: Es war Zeit für ein zweites Unternehmen, das meine Liebe zum Yoga mit meiner Liebe zu Haustieren verbindet.

 

Love, Pets & Harmony Yoga Dog

 

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Ich begann mit der Entwicklung der ersten Produkte, meldete das Unternehmen an, unterschrieb alles regelkonform beim Notar, organisierte und checkte Möglichkeiten und Wege, überwand so manches Hindernis und ließ mich absolut nicht von meiner Idee abbringen. Dann weihte ich die liebe Bee in mein Vorhaben ein, denn als BeeBotschafterin der ersten Stunde wusste ich nur zu gut, wo meine Marke ein tolles Zuhause finden würde: bei BeeAthletica. Außerdem teilen Bee und ich nicht nur die Liebe zu Bewegung, Fashion und Yoga, sondern auch zu Hunden, insofern wusste ich, sie würde die Idee hinter Love, Pets & Harmony unmittelbar verstehen :0). An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Danke an dich, liebe Bee, dass meine Brand hier bei dir einziehen darf. An einen Ort, den ich seit Jahren toll finde und wo sie in allerbester Gesellschaft ist. DANKE!!! Let’s get it started…

 

Love Love Love Hundeliebe Love Pets & Harmony

 

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Und was gibt es jetzt alles von Love, Pets & Harmony, werdet ihr euch nun vielleicht fragen. Tja, was soll ich sagen, ich hatte zu Beginn sooo viele Ideen, dass ich mich selbst ein wenig einbremsen musste. Okay, stimmt nicht ganz, manche Ideen sind dennoch einfach mit mir durchgegangen 😉 . Abgesehen davon, dass täglich weitere, neue Ideen dazukommen. Irgendwie hab ich mit diesem Label ganz und gar etwas geschafften, bei dem ich vor Inspiration übergehe. Ich nerve mein Umfeld deshalb so gut wie jeden Tag mit neuen Produktideen oder weiteren neuen fixen (bereits bestellten) Produkten, die ins Sortiment kommen werden und tu mir wirklich schwer, ihnen nicht andauernd über aktuellste Änderungen und Fortschritte zu berichten. Es begeistert mich einfach. Ich finde jedes einzelne Produkt toll und kann mich extrem darüber freuen, egal wie groß oder klein es ist. Und ich hoffe sehr, dass es ganz vielen anderen tierliebenden Yoginis ganz genauso geht!

 

Love, Pets & Harmony Kater

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Ich habe viel Herzblut in die Auswahl der Produkte gesteckt, sehr viel Zeit investiert und immens viel dabei gelernt. Ich hatte zugegebenermaßen phasenweise schon fast ein bisschen Angst vor meiner eigenen Courage, aber ich finde alles so toll, dass ich mir absolut keine Sorgen mache. Wenn ich meine eigenen Yogamatten anschaue, mit dem zarten, schönen Logo Schriftzug darauf, bin ich einfach nur happy, der gesamte Aufwand hat sich schlichtweg sowas von gelohnt. Sowohl die griffige Family Mat in dem richtig tollen, edlen Graubraun-Ton als auch die superweiche Kuschelmatte sind einfach nur großartig (finden übrigens auch meine Vierbeiner 😉 )! Genauso wie die Shirt Kollektion – am liebsten würde ich gar nichts anderes mehr tragen, so fein und weich… Aber noch toller als sie selber zu tragen ist es für mich, jemand anderen mit einem glücklichen Lächeln in einem meiner Shirts zu sehen. DIESES Gefühl ist unbeschreiblich!! Petloving Yogis United quasi 😀 😀 😀

In der nächsten Zeit werden weitere, richtig coole Dinge das Sortiment erweitern, so manches ist bereits in Produktion, ihr dürft also gespannt sein 😀

 

Kuschelmatte und Birkenstocks

 

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Ich wünsche mir, dass Love, Pets & Harmony auch ganz viel Freude in das Leben von anderen Yogaliebhaberinnen und ihren Tierchen bringt. Denn genau dafür ist es gemacht.

Yoga Dog Owner Love, Pets & Harmony

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Namaste, Miau & Wuff,
Vera mit ihren vier Musen Shakira, Diego, Smilla & Achilles

10 Tipps für schöne Sommerbeine

Sommerzeit ist nicht nur die beste Zeit im Jahr ordentlich Vitamin D zu tanken, sondern gleichzeitg auch Mücken-, und Urlaubszeit. Die Erwartungshaltung an den perfekten Urlaub hängt davon ab was für ein Typ Urlauber man ist. Da gibt es die entspannten Strandurlauber, die sich nichts mehr als Ruhe und Nichts tun wünschen, sich dabei die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, am Strand liegen und einen Roman nach dem anderen verschlingen.

Auf der anderen Seite gibt es die Touri-Urlauber, die keine Sehenswürdigkeit an ihrem Wunschziel verpassen wollen. Das bedeutet allerdings: bequeme Schuhe einpacken und viel, sehr viel laufen. Da es warm oder sogar heiss sein kann, ziehen die Wenigsten dabei Kompressionsstrümpfe an, weshalb es schon mal vorkommt, dass es nicht nur Blasen an den Zehen oder Fersen gibt, sondern vielleicht auch schwere, müde Beine, schlimmstenfalls sogar Besenreisser oder Krampfadern. Ich kenne dieses brennende, belastende Gefühl von müden Beinen nicht nur aus meinen Schwangerschaften, sondern auch einfach so – ohne Extragewicht.

Da könnenverschiedene Cremes abhilfe schaffen, wie zum Beispiel ein kühlendes, im Kühlschrank gelagertes Rosskastanien Gel oder folgende 10 Tipps und die dazugehörigen Yogaübungen:

1. Wechselduschen, mit mind. 30 Sek – 2 Minuten Beine kaltem abduschen wirken wahre
Wunder!
2. Beine nicht übereinander schlagen! Auch wenn es vielleicht sexy aussehen mag, wird
die Durchblutung in den Beinen dadurch leider sehr unsexy.
3. Massagen von unten nach oben.
4. Öfters die Beine hoch legen. Das machen wir sowieso viel zu selten!
Kompressionsstrümpfe tragen, wenn es drauf ankommt.
(im Flugzeug, längeres Stehen, Sitzen oder Fussmärsche)
5. Viel Wasser trinken, um die Zirkulation in den Venen zu unterstützen.
6. Öfters barfuss laufen.
7. Die Beinmuskulatur trainieren: regelmässige Bewegung trainiert die Venen.
8. Bei akut schweren Beinen hilft ein Wickel aus Eiswürfeln, kaltem Wasser und ein
wenig Obstessig.
9. Genussmittel meiden.
10. Yoga für leichtere Beine am Abend üben.
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Die folgenden Yogaübungen habe ich unter dem Aspekt zusammen gestellt, wie man am entspanntesten die Beine hoch legen kann, passiv, wie bei VIPARITA KARANI oder aktiv wie beim Kopfstand. Manchmal darf es YIN-lastiger, also weicher und ruhiger sein und einander Mal mehr YANG, aktiver und kraftvoller. Je nach Bedarf lässt sich dadurch die Tätigkeit der Venen erleichtern.

YIN:
// VIPARITA KARANI //
Leg Dich mit Deiner Matte nah an eine Wand ran und streck Deine Beine an Richtung
Decke hin aus. Mit einem Polster unter dem Gesäss wird der Umkehrhaltungseffekt sogar
noch verstärkt, wie bei Setu Bandhasana mit Block. Bleibe so lange wie es Dir Spass
macht. Dabei kannst Du auch Musik hören, die Dich entspannt.

Beine_hoch
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// SUPTA HASTA PADANGUSTHASANA //
Diese Übung in Rückenlage geht auch wunderbar mit einem Gurt, falls die Beine zu weit
weg sein sollten. Für das liegende Zehenhakeln, stelle zunächst Deinen linken Fuss am
Boden auf und greife die Zehen oder den ganzen rechten Fuss. Als Yin-Variante geht es
hier weniger darum aktiv am Fuss zu ziehen, sondern eher über den Atem die Streckung
zu geniessen. Bleibe 15 Atemzüge pro Beinseite.

// SETU BANDHASANA //
Bei dieser Variante der Brücke lässt sich die Venenpumpe spielerisch anwenden: Während
Du Dein Becken auf dem Klotz ruhen lässt und die Beine Richtung oben streckst, kannst
Du Deine Füsse bewegen und dadurch die Muskulatur der Beine nutzen, um so die Venen
zu unterstützen: Lass Deine Fussgelenke kreisen, flexe und pointe Deine Füsse wie Du
lustig bist.

Beine_hoch_1

 

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YANG:
// SARVANGASANA //
Der König und die Königin unter den Asanas, das sind Schulter-und Kopfstand, gehören
nicht umsonst zu den Royals unter den Yogahaltungen. Ich habe sie den aktiven Yang-
Haltungen zugeordnet, da es mehr Kraft bedarf länger in diesen Haltungen zu verweilen.
Bleibe, wenn möglich jeweils 25 Atemzüge.

// SHIRSASANA //
Wer den feetup Kopfstandhocker kennt, weiss wie kinderleicht SIRSASANA wird, wenn
kein Gewicht auf der Halswirbelsäule lastet.

// VRIKSHASANA //
Auch beim sehr aktiven Handstand, egal ob im Raum oder an der Wand, sind ja die Beine
oben. Darüber werden sich alle Handstandfreunde freuen, denn mit aktiven, starken
Beinen geht es den Venen besonders gut.

Sommerbeine
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Auf schöne Beine und einen tollen Sommer!

Fastenkuren

An sich glaube ich nicht daran, dass wir so verschmutzt sind von unserem Leben, dass wir ständig Reinigungskuren machen müssten. Viele westliche Mediziner bestreiten die Existenz von Schlacken, sie sagen, unser Körper scheide selbstregulatorisch alles aus, was nicht gebraucht würde.

Allerdings: Ein hektischer Lifestyle führt meistens zu viel Kaffeekonsum, viel Zuckerkonsum, viel Weißmehl und so weiter. Das hat Auswirkungen auf unsere Leber, die unter zu viel Zucker beispielsweise ächzt. Die Nieren leisten viel, wenn sie wie die Verrückten filtern müssen. Und unser Nerven- und Drüsensystem gewöhnt sich an einen gewissen Dauerstress durch Zucker, Koffein und Alkohol. „Adrenal gland stress“ nennen die Amerikaner das – und raten dazu, uns in regelmäßigen Abständen von unserem Reizstoffkonsum zu erholen _ mit Fasten- oder Detoxkuren.

Ich wollte es wissen und habe in den letzten Monaten verschiedene Kuren ausprobiert.

Fasten_Isa

Die Saftkur:

Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter, bei denen man online Saftkuren für einen bestimmten Zeitraum (einen bis zehn Tage) bestellen kann. Die Säfte sind frisch kalt gepresst, werden im Kühlpack geliefert und versorgen einen mit mehreren Flaschen Saft am Tag. Ich finde diese Kurform recht einfach: Man kann die Flaschen mitnehmen, es gibt also auch unterwegs kein Problem. Und bei fünf Tagen Kur hatte ich gerade mal einen, an dem es richtig schwer war, weil der Magen heftig knurrte und der Kopf brummte.
Denn: Kaffee etc sollte man in dieser Zeit stehen lassen. Am letzten Tag der Kur schaffe ich abends kaum noch die frisch gemachte Mandelmilch mit Vanille und Zimt, die so lecker schmeckt. Ich bin zu satt von den ganzen Säften. Vor allem fühle ich mich fitter (in Erkältungszeiten wirkt eine solche Vitaminbombe Wunder), Süßigkeiten schmecken danach wie ein Zuckereinschlag, ich hatte definitiv ein besseres Gefühl für mein Essen danach.

Die Pulverkur:

Zehn Tage mit Chlorella-Algen-Tabs und grünem Pulver? Die Zehn-Tages-Transformation von Platinum Health verspricht raschen Gewichtsverlust (weil das immer das zündendste Verkaufsargument ist). Aber als ich mich zehn Tage darauf einlasse, mich von diesem mit Vitalstoffen vollgepackten Pulver und kleinen Gemüse-, Beeren- und Eiweißsnacks zu ernähren, erlebe ich echt ein Boost-Wunder. Ich schlafe hervorragend, meine Haut sieht toll aus, ich platze fast vor Energie. Das ist ein Benefit, der mich echt überzeugt.

Die Buchinger-Fastenkur:

Nach diesen ersten Versuchen wollte ich es nochmal wissen: Während meiner Basis-Lehrerausbildung vor zehn Jahren hatte ich meine letzte Fastenkur gemacht, jetzt war es wieder so weit. Sieben Tage ohne feste Nahrung, aber auch ohne Säfte, Pulver oder Ähnliches. Wirklich nur Brühe, Tee, Wasser, Buchinger-Fasten genannt. Um mich selber zu motivieren, rief ich eine Facebook-Gruppe ins Leben – wenn ich die Initiatorin war, konnte ich ja schlecht einfach aussteigen (manchmal muss man einfach nur wissen, wie man sich selber am Schlawittchen packt).

Mit Tees, Glaubersalz, Büchern und Brühe bestückt ging es in sieben aufregende Tage, die die größte Wirkung von allen Kuren zeigte.

Ich wurde derart verlangsamt, dass eine Woche lang null Hektik aufkam, weil ich mich gar nicht hetzen ließ. Der Körper fährt derart runter, dass der Geist sich dem beugen muss. Ich habe normal gearbeitet, da ich aber wusste, dass ich nicht so leistungsfähig bin wie sonst, habe ich besonders Rücksicht auf mich genommen. Statt also noch einem abendlichen Telefontermin zuzustimmen, hab ich dafür gesorgt, dass ich in die Sauna komme oder früh ins Bett oder mein basisches Fußbad mache. Derart auf den Körper zurückgeworfen zu sein, war eine grandiose Erfahrung. Alle aus der Gruppe haben durchgehalten, mit mehr oder weniger Tiefs.

Die Kunst beim Fasten ist allerdings auch das Fastenbrechen: Ich war am Ende doch so ausgehungert, dass dem gedünsteten Apfel eine Dinkel-Brezel folgte – einfach, weil ich unbedingt etwas Festes kauen musste. Keine so gute Idee. Bestraft wurde das mit Magengrummeln und -zwicken. Das besonders Schöne: Essen war danach wieder ein Fest, die Freude groß, etwas zuzubereiten und genießen zu können.

Fazit: Alle Kuren haben gut getan. Auch wenn die westliche Medizin keine Schlacken finden mag: Ich habe in meiner Yogapraxis mehr Beweglichkeit, beim Laufen mehr Durchhaltevermögen und einen niedrigeren Puls erlebt. Der Schlaf war besser. Mein Körper war erleichtert von gewissen Dingen. Die altmodische Fastenkur war die günstigste Variante, bei allen Anderen muss man je nach Zeitraum mit einer Investition von 50-250 Euro rechnen.

Eine der Kuren werde ich in diesem Jahr auf jeden Fall noch machen, denn Kaffee, Süßes und im Sommer ein schöner Aperol schmecken einfach zu gut. Wenn aber durch bewussten Verzicht auch mehr Bewusstsein in die ganz normalen Zeiten gebracht wird, ist das einer der größten Effekte solcher Kuren. Denn Leben heißt auch genießen!

Ironman Frankfurt 2016

Aller guten Dinge sind 3. Oder doch nicht? Am Sonntag, den 3. Juli habe ich zum 3. Mal das Abenteuer Ironman gewagt und schlussendlich nach 12:54h den begehrten roten Teppich am Römer erreicht. Im Vorfeld schien alles perfekt: Das schöne Datum für ein 3. Mal, einen super Coach, 6 Stunden Schlaf in der Nacht zuvor, keine nennenswerten Trainingsausfälle in der Vorbereitungszeit  – mit vielversprechenden Trainingsdaten noch dazu, kaum Nervosität… selbst die Wettervorhersage war top.

Als ich am Rennmorgen um 3:30 Uhr beim Frühstück saß, ging mir vieles durch den Kopf. Unter anderem der Gedanke ‚irgendwas wird heute ganz anders kommen als erwartet, denn so perfekt ist einfach zu perfekt um wahr zu sein‘.

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Drei Stunden später stand ich leicht verkühlt, aber guten Mutes an der Startlinie am Langener Waldsee – auf zum ‚Längsten Tag des Jahres‘, wie die Frankfurter ihr Ironman-Rennen gerne untertiteln. Das Schwimmen lief gut, wenngleich ich den früheren Massenstart dem Rolling Start vorziehe, da er mir die Orientierung ein wenig einfacher macht. Aber für die guten Schwimmer in der vorderen Startgruppen ist diese neue Variante sicher wesentlich angenehmer, da es weniger Gekloppe gibt – und ich übe für’s nächste Mal einfach im Vorfeld öfter im Freiwasser. Mit 1:22h für die 3,8 km war ich zufrieden.

 

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Dann ging es ab auf’s Rad. Meine stärkste Disziplin, die aber dieses Jahr eine besondere Challenge beinhaltete: Ich sollte betont langsam machen, vor allem in der ersten Runde, um genügend Energie für den abschließenden Marathon zu konservieren. Meine Idee war ursprünglich eine andere: ordentlich Gas auf dem Rad, laufen kann ich eh nicht. Da die Laufwerte sich in den letzten Monaten aber in für mich gute Bereiche entwickelt hatten und ich meinem Coach 100% vertraue, wollte ich diese Herausforderung annehmen und schauen, ob es vielleicht mit dem Marathon diesmal besser klappt. Also pedalierte ich mit ruhigem Puls vom See durch die Stadt, zum ersten Hügel in Bergen-Enkheim weiter durch die Wetterau und wieder retour gen Frankfurt, um die zweite Runde in Angriff zu nehmen.

Gefroren hab‘ ich wie nie in meinem Tri-Suit, aber die Vorhersage hatte ja Hoffnung auf einen Sonnen-Wolken-Mix bei ca. 23 Grad gemacht. Wie bereits gesagt, die Bedingungen im Vorfeld schienen perfekt :). Als es auf der zweiten Runde bei Kilometer 100 wolkenbruchartig zu regnen begann und die ohnehin schon kalte Temperatur gefühlt um nochmal 5 Grad fiel, wurde mein mentaler Stecker gezogen. Zumindest in der heutigen Reflexion des Rennens. Meine Hände waren so kalt, dass ich weder sicher bremsen noch schalten konnte, die Strassen hatten Aquaplaning, meine eine Wade ging vom kalten Spritzwasser zu und der Nacken schien durch den prasselnden Regen wie steifgefroren. An eine schnellere zweite Runde war nicht zu denken, denn jedes Speeding hätte es ja noch kälter werden lassen und Sicherheit geht immer vor. Ich komme mit Kälte einfach nicht klar. 100x habe ich mir die 42 Grad vom vergangenen Jahr zurück gewünscht. Auch hart irgendwie, aber das krieg‘ ich geregelt. Kälte tut mir weh. Punkt.

Nach enttäuschenden 6:15h auf dem Rad in der Wechselzone 2 angekommen, musste ich mir dort von den überaus hilfsbereiten Supportern sogar die neuen, trockenen Socken anziehen lassen, da ich meine Finger einfach nicht mehr bewegen konnte. Aber egal, ein Grund zum Aufgeben war das noch lange nicht. Zumal ich die Hoffnung hatte, dass ich mich einfach warmlaufe und dann endlich wieder zu mir komme. So kam es aber nicht. Die ersten beiden Runden liefen zwar rein pace-mässig gesehen noch okay, aber ich war so fertig und steif in den Extremitäten, dass da einfach keine Energie mehr ankam. Von meinem ursprünglichen Ziel unter 12:30h zu bleiben, hatte ich mich bereits in der Wechselzone verabschiedet, jetzt galt es nur noch das Ding ins Ziel zu bringen und -wenn es irgendwie ging- mit neuer Bestzeit. Wenn auch nur mit marginaler Verbesserung.

Auf der letzten Runde hatte sich in den vergangenen beiden Jahren immer eine totale Euphorie eingestellt, die all die Schmerzen auswischte, aber darauf wartete ich dieses Jahr selbst auf dem roten Teppich vergeblich und warte eigentlich noch immer. Okay, neue Bestzeit war es, aber ich nicht glücklich. Nicht stolz. Gar nichts. Stattdessen einfach nur leer. Bis heute will ich nicht akzeptieren, dass mir vielleicht das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Wenn eine Daniela Ryf schon auf dem Rad vor Unterkühlung aussteigt, wird es wohl Auswirkungen haben, aber ich rede mir fleissig ein, dass das nicht der Grund für mein Unvermögen war. Andere haben es ja auch besser weggesteckt.

Ich ‚predige‘ ja immer, dass man dankbar sein soll und ich war es auch für jeden Trainingstag – die guten wie die schlechten – aber dass MEIN Ironman 2016 nun so gar nicht war, wie ich es mir erhofft hatte, daran ‚knabber‘ ich noch immer. Eine sehr gute Bekannte hat mich am Tag danach gefragt, warum ich mir das überhaupt immer wieder gebe, wenn es mich doch selbst bei neuer PB nicht froh macht. Ein langjähriger Freund meinte zum gleichen Thema, dass ich gar nicht froh sein will, damit ich mich für’s nächste Jahr noch ein bisschen härter angehen kann. Dieser ewige Kampf mit mir selbst… den gibt es wohl. Nicht nur im Sport. ‚Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein‘, sagt man, und so sehe ich das auch. Ich arbeite gerne, ich fordere mich gerne selbst heraus, kann mich quälen, auf vieles verzichten… aber klar, ich will auch Erfolge sehen. Wenn man die Erwartungen hochschraubt, kann man eben auch tief fallen und an meiner Art damit umzugehen, arbeite ich gerade. Ich mag mich im Moment überhaupt nicht leiden für meine Undankbarkeit und diesen überspannten Ehrgeiz. Vielleicht hilft mir meine Yogapraxis dabei mit mir wieder klar zu kommen, vielleicht hilft auch einfach Zeit. Wie auch immer und wie lange es dauern mag, ich hoffe dadurch stärker zu werden und für’s nächste Mal besser gewappnet zu sein.

 

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.‚Don’t stop until you’re proud‘ :)…

Eure Bee